Geschlossene Konstruktion vs Bass Reflex

  • Ersteller Ersteller Calo
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  • #21
Ich finde für Heim-Hifi übrigens auch geschlossene Gehäuse im Bass besser, für Bühne, Band usw. spricht aber imho nichts gegen Bass-Reflex.

Bassreflex macht übrigens Phasenthema, damit auch Laufzeit-Thema (2. Ableitung der Phase nach der Frequenz oder sowas).. Aber bevor man im Hörraum nicht den Hörplatz optimiert, Raummoden physikalisch dämpft usw. ist alles andere imho Blödsinn.. :)
 
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  • #22
Bassreflex macht übrigens Phasenthema, damit auch Laufzeit-Thema (2. Ableitung der Phase nach der Frequenz oder sowas)..
Jou, die berühmte Gruppenlaufzeit, mit der Folge verzögertem Einschwingen und auch Nachschwingen. Wobei da immer die Frage ist, wie groß muß die sein damit der Effekt überhaupt nachteilig wirkt. Meist liegts in dem Bereich den auch ein profaner Hochpass wie der Vong verursacht. Letzten Endes ist es für das Gesamtergebnis "Klang" aus der Box ja egal wodurch Gruppenlaufzeit verursacht ist, ob durch elektrische Schaltung Hochpass in der Signalkette oder von einer Box selbst.
 
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  • #23
Gibt es hier einen Basser der eine geschlossene Box spielt? (außer eine Ampeg 8x10)

Meine Recherchen ergaben schon einige "Vorteile" von geschlossenen Boxen.
Tighter, kein Wummern, "schnellere" Rückstellung (Luft-Federprinzip) der Chassis.
Dafür etwas "leiser" also mehr Watt für gleiche Lautstärke benötigt etc.

Geschlossene oder ported Boxen werden ja genau optimiert, deswegen ist eine ported Box mit Socken im Port :D
nicht das selbe wie eine wirklich geschlossene Box.

Die Darkglass 2x12 oder GK Neo werden ja recht gelobt auf verschiedenen Plattformen.
Aufgrund verschiedener Reviews frage ich mich ob eine geschlossene Box nicht dass ich was ich brauche.

Also wenn hier jemand eine geschlossene spielt würde mich die Meinung interessieren.
Vielleicht zerdenke ich auch wieder mal alles.
Gallien Kruger Neo 212 ist meines Wissens nicht geschlossen oder? Zumindest habe ich meine als offen gespeichert. Aber vielleicht gibts da ja unterschiedliche?
 
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  • #24
Die ist offensichtlich nicht geschlossen, wenn man sich die Bilder so ansieht. :D
 
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  • #25
Trotzdem eine mega Box :)
Meine kleine 8" Box habe ich umgebaut und die Löcher zugeschraubt. Das hat auf jeden Fall geholfen die Box zu verbessern. Die ports hatten fürchterlich geschnauft im Normalbetrieb.
 
  • #26
ob geschlossen oder BR geeigneter ist, hängt zu einem großen Teil auch vom Chassis und dessen Verhalten ab, was man zumindest z.T. aus den Thiele-Small-Parametrn ableiten kann. Eins der wichtigsten Kriterien ist dabei u.a. die Gesamtgüte (Qts), welcher sowohl das elektrische (Qes) als auch das mechnische (Qms) Dämpfungsverhalten des Chassis zugrunde liegt.

Ich zitiere hier mal eine kurze Erklärung zur Auswahl nach den Werten (keine anspuchsvolle vollständige, jedoch erstmal einigermaßen schlüssig erklärte) von der Monacor Homepage

Gesamtgüte (Qts)​

Qts ist eine Kombination aus dem mechanischen Q (Qms) und dem elektrischen Q (Qes). Auch hier gilt: Niedrige Q-Werte bedeuten mehr Kontrolle. Auch wenn es Ausnahmen gibt, können Qts-Werte im Allgemeinen Folgendes aussagen:

  • Qts ≤ 0,4 bedeutet, dass der Lautsprecher gut für ein Gehäuse mit Öffnungen und Belüftung geeignet ist.
  • 0,4 < Qts < 0,7 bedeutet, dass der Lautsprecher gut für ein geschlossenes Gehäuse geeignet ist.
  • Qts ≥ 0,7 zeigt an, dass der Lautsprecher gut für Freiluftanwendungen mit unendlicher Schallwand geeignet ist.

 
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  • #27
Geschlossene Boxen klingen schon deswegen anders, weil der Frequenzverlauf (der Roll Off Shape) deutlich flacher verläuft als bei einer Reflexbox.
Der Klang wird schon allein deswegen als Tighter und weniger "Wummern" wahrgenommen, und nicht weil:
schnellere Rückstellung (Luft-Federprinzip) der Chassis.

Das sind einfach falsche Mythen und Vorstellungen über die Funktion Lautsprecher (in der Box), egal ob jetzt mündlich so überliefert und weitergegeben oder über die vielen Jahrzehnte immer wieder falsch aus irgendwelchen Büchern abgeschrieben.

So gesehen, man kann es eigentlich gar nicht "zerdenken", wenn das "Fachwissen" bereits unzutreffend ist.
na ich habe nie behauptet dass ich Fachwissen besitze, ich google halt rum. Mich hätten anstatt Belehrungen eher Meinungen von Usern interessiert die den Unterschied selbst erfahren haben weil Sie zum Beispiel einen direkten Vergleich haben und den im besten Fall anschaulich und verständlich artikulieren.
Das wäre hilfreich.

>>Für mich zumindest klingt es logisch dass das Auswirkungen auf die Membran hat wenn Luft nicht entweichen kann .
Hier ist dein Fachwissen gefragt, warum ist das ein Mythos? Vielleicht verstehe ich es auch als Laie.

EDIT: Ich bin in erster Linie Musiker und habe nicht Elektrotechnik oder Physik studiert deswegen finde ich Sprüche wie "So gesehen, man kann es eigentlich gar nicht "zerdenken", wenn das "Fachwissen" bereits unzutreffend ist." einfach nur Panne. Ich mein wer bitte geilt sich daran auf dass er etwas weiß und ein anderer nicht?
 
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  • #28
Zum Abschluß:
Ja war ja nur ein Versuch.

Ok ich probiere es noch hiermit: In meiner neuen Band spiele ich teilweise sehr schnelle 16tel Grooves und Läufe, ich hätte gern eine Box die dem gerecht wird, spiele derzeit zwei 1x12 ported, das ist schon nicht schlecht, suche halt aus Neugierde das Optimum.

Gleichzeitig soll die Box aber auch drücken können für einen fetten Rock, Blues, Funk Teppich.
Was mich eben interessiert, was ist der klangliche, musikalische Unterschied zwischen beiden Prinzipien und ist der relevant oder vernachlässigbar.

Und ja ich gebe es zu, ich bin zu faul um zum T zu fahren außerdem bemerkt man doch meist erst bei Gigs oder Proben wie sich eine Box verhält.
Gibt es jemand der von ported zu geschlossen gewechselt ist und vice versa, wenn ja warum?
 
  • #29
Gibt es jemand der von ported zu geschlossen gewechselt ist und vice versa, wenn ja warum?
Ich hab einiges im Fuhrpark:

- 1*12" front ported (TL style)
- 2*8" rear ported
- 1*18" rear ported (verschließbar)
- 8*10" sealed

Unser Proberaum ist eher klein, 25m² vielleicht, rechteckig, 3m Deckenhöhe. Ich spiele 80% der Zeit Kontrabass, elektrisch verstärkt. Das könnte man als akustisch problematisch bezeichnen. ;)
 
  • #30
Mit allen Boxen außer einer gibt es Dröhnen auf der eine Seite und unterbelichtete Frequenzen auf der anderen. Die Ausnahme ist die 8*10". Die funktioniert am besten.
 
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  • #31
na ich habe nie behauptet dass ich Fachwissen besitze, ich google halt rum. Mich hätten anstatt Belehrungen eher Meinungen von Usern interessiert die den Unterschied selbst erfahren haben weil Sie zum Beispiel einen direkten Vergleich haben und den im besten Fall anschaulich und verständlich artikulieren.
Hätte ich, aber nur mit der SVT 810er aus Baujahr 1978, die sogenannte Magnavox Ära bei Ampeg*. Bestückt mit Eminence Lautsprechern, das sind bzw. waren damals die mit dem viereckigen Magneten. Davor bis ca. 1975 waren es die Lautsprecher von CTS mit Alnico Magneten. Die gelten nach wie vor als der "goldene Standard" weil sie wohl etwas anders klingen. Nach der Zeit damals wurden von Amepg (unter St. Louis Music) noch andere OEM 10er Typen von Eminence verbaut. Darunter (im Laufe der Jahre) die sogenannte "dark Ära" die bei Musikern meist weniger beliebt waren, wegen ihrer auffallend dunklen Klangfärbung.
Die letzten Varianten (seit einigen Jahren) sollen den allersten Boxen rein klanglich wieder sehr ähnlich sein, dem Goldstandard mit den CTS Lautsprechern.

Bezieht sich natürlich alles auf die Historie der SVT 810er Boxen. Viele geschlossene 410er für Bass gibt es meines Wissens sowieso nicht. Allgemein ist das Feld mit geschlossenen Boxen für Bass allemal sehr rar gesät. Auf Anhieb fällt mir nur Hartke* ein, wenn es eine Box aus aktueller Produktion sein soll und kein Vintage.
In den 1970er Jahren sah das alles noch ganz anders aus, Marshall* und Hiwatt und Orange usw. hatten zu der Zeit damals fast ausschließlich geschlossene 412er Boxen für den E-Bass im Sortiment.

Direkter Vergleich meiner SVT 810 mit meiner 212er Reflexbox. Wenn die Raumakustik heikel ist, dann machen beide Probleme, da man es zumeist mit problematischen Frequenzen (Raummoden) zu tun hat die die SVT 810er dann auch noch gut kann.

Die 212er geht weiter runter, hat mehr Tiefgang zu bieten, dafür klingt sie aber oben rum offener, geht weiter rauf im "top frequency range". Die SVT ist im direkten Vergleich dazu halt eher die klassische Rock'n Roll Box.
Beides ist schon deswegen unfair miteinander zu vergleichen, weil rein vom technologischen Lautsprecher Entwicklungsstand völlig unterschiedliche Lautsprecher drin arbeiten. Wenn man eine olle Vintage Pappmembran (SVT 810) mit einer modernen glasfaserverstärkten Membran aus dem pro Audio Bereich (meine 212er) vergleichen will, solcher Vergleich hinkt ganz einfach grundlegend schon!

Weil gelegentlich Probleme in Verbindung mit ported Boxen angesprochen werden, bei schwieriger Raumakustik. Ich hab das eher selten erlebt, dass ich z.B. mit Grafik EQ eingreifen musste. Bei meiner Vorgängerband kam es im Laufe von zwei Jahren und vielen Auftritten ein einziges Mal vor, dass ich auf der Bühne so um die 80hz herum etwas absenken musste. Und hätte ich die SVT 810er stattdessen gehabt, die hätte sich auch nicht viel besser verhalten, weil die den Bereich um die 80 Hz herum auch (noch) gut gekonnt hätte.

Dennoch, was man generell immer merkt, je weiter eine Box runtergeht in ihrem Übertragungsfrequenzgang, desto mehr tieffrequenten "Wumms" ist sie dann natürlich in der Lage in den Raum zu brettern. Und selbst wenn der Raum es akustisch verträgt, für den Bandkontext ist es meistens besser, wenn die Box nicht tiefer geht als 50 Hz.

>>Für mich zumindest klingt es logisch dass das Auswirkungen auf die Membran hat wenn Luft nicht entweichen kann .
Das ist ja zumeist das Problem, weil wenn etwas "zu logisch" klingt und dazu noch einfach verständlich, dann sind (allermeist) Mythen nicht weit entfernt.
Gilt aber nicht nur für die Bassbox, sondern für so manche Dinge des tagtäglichen Lebens, nicht nur für Musik!
 
  • #32
@Calo

mal ne Frage, was genau versprichst du dir "klanglich" von einem "verbesserten" Luft-Feder Prinzip für die Membran?
Weil dann kann man zielgerichteter drauf antworten, und auch darlegen wie ist es in der Praxis.
 
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  • #33
Das ist ja zumeist das Problem, weil wenn etwas "zu logisch" klingt und dazu noch einfach verständlich, dann sind (allermeist) Mythen nicht weit entfernt.
Gilt aber nicht nur für die Bassbox, sondern für so manche Dinge des tagtäglichen Lebens, nicht nur für Musik!

Also logisch klingen und einfach verständlich = Mythos?
Deswegen ja die Bitte um Erklärung.
Ich habe schon verstanden dass das ein Mythos ist, nur die Erklärung warum fehlt noch.

Das übrigens höre ich wirklich allerorten nicht nur in der Musik.
Es wird ein Claim aufgestellt aber immer ohne Erklärung warum.

Betreutes Denken sagt folgende aber weil es ja so verpönt ist wollte ich die Meinung von "Experten" hören kanndamit ich eventuellem KI Bullshit erkennen :


Die Bauart des Gehäuses hat bei E-Bass-Boxen einen massiven Einfluss auf den Sound, den Druck und das Transportgewicht. Im Gegensatz zum Korpusholz des Basses ist der Unterschied zwischen einer geschlossenen Box (Sealed Cabinet) und einer Box mit Bassreflexöffnung (Ported Cabinet) für jeden sofort hörbar.
Hier ist der direkte Vergleich der positiven und negativen Effekte beider Konstruktionen:

Geschlossene Boxen (Sealed Cabinets)​

Bei dieser Bauart ist das Gehäuse komplett luftdicht verschlossen. Legendäre Beispiele hierfür sind die klassischen Kühlschränke wie der Ampeg SVT-810E. Die Luft im Inneren wirkt wie eine mechanische Feder, die die Lautsprechermembran dämpft.


  • Positive Effekte:
    • Extrem präziser Anschlag: Der Bass klingt unheimlich knackig, straff und „schnell“ (hervorragendes Impulsverhalten).
    • Natürlicher Bass-Roll-off: Die tiefsten Frequenzen fallen zu den Sub-Bässen hin sehr sanft und gleichmäßig ab. Dadurch matscht oder dröhnt die Box selbst in akustisch schwierigen Räumen selten.
    • Perfekt für Verzerrung: Rock- und Metal-Bassisten lieben geschlossene Boxen, weil verzerrte Sounds in den Mitten sehr kompakt und druckvoll rüberkommen.
  • Negative Effekte:
    • Weniger Tiefbass (Sub-Bass): Ihr fehlt der ganz tiefe, spürbare Magen-Grummel-Bass.
    • Geringerer Wirkungsgrad: Da die Box den rückseitigen Schall des Lautsprechers komplett schluckt, ist sie leiser als eine ported Box bei gleicher Verstärkerleistung. Man braucht mehr Watt oder mehr Membranfläche.

Bassreflex-Boxen (Ported Cabinets)​

Diese Boxen haben eine oder mehrere definierte Öffnungen (Ports oder Rohre). Der abgestrahlte Schall der Membran wird durch das Gehäusevolumen und die Öffnung so umgelenkt, dass er den Sound im tiefen Frequenzbereich verstärkt.

  • Positive Effekte:
    • Massiver Tiefbass: Sie erzeugt spürbar mehr „Wumms“ und tiefes Fundament im Frequenzkeller. Ideal für 5-Saiter-Bässe oder tiefergestimmte Instrumente.
    • Höhere Lautstärke (Wirkungsgrad): Die Box nutzt die Energie der Lautsprecher-Rückseite optimal aus. Dadurch klingt sie bei gleicher Verstärkerleistung lauter und voluminöser als eine geschlossene Box.
    • Kompaktere Bauweise möglich: Man bekommt aus einer kleineren Box (z. B. einer einzelnen 1x12" oder 2x10" Box) erstaunlich viel Tiefbass heraus.
  • Negative Effekte:
    • Gefahr von Dröhnen: In akustisch ungünstigen Räumen (z. B. auf hohlen Holzbühnen oder in Ecken) neigen ported Boxen schnell zum unkontrollierten Matschen und Dröhnen.
    • Träheres Impulsverhalten: Der Bassbereich kann minimal „langsamer“ oder weicher wirken, da die Luftmasse im Reflexkanal eine kurze Verzögerung verursacht.
    • Steiler Abfall im Sub-Bass: Unterhalb der Tuning-Frequenz des Ports verliert die Box komplett den Halt. Wenn man sie dort mit zu viel Leistung füttert, kann der Lautsprecher Schaden nehmen.

Der direkte Vergleich im Überblick​

KriteriumGeschlossene Box (Sealed)Bassreflex-Box (Ported)
KlangcharakterKnackig, fokussiert, mittig, trockenFett, tief, voluminös, modern
Tiefbass-GewaltEher schlank, rollt früh sanft abSehr kräftig und tiefreichend
Ansprache (Punch)Extrem schnell und direktEtwas weicher, aber mächtiger
RaumakustikUnkompliziert, dröhnt seltenAnfälliger für Raumdröhnen



Wahrscheinlich bleibt mir nur einfach das Risiko einzugehen und eine geschlossene zu kaufen.
Außer Ampeg, Darkglass* 2x12 und die 2x12 von Harley Benton* gibt es nicht viel, evtl noch Bergantino.

Die Harley 2x12 ist ein Steal wiegt aber leider 30kg koste aber nur 300eur.
Die Darkglass 20Kg aber 1100,-

Die Auswahl ist ja nicht groß.
 
  • #34
Ich habe (nicht viel erfahrung...aber) von Gallien Krueger eine MBX115 (Bassreflex) und eine BLX210 (geschlossen).
Seit der kleinen gefällt mir die 15er BR deutlich weniger, bei der 210er ist naurlich untenrum deutlich weniger los. Sicher spielt da das Format auch eine Rolle, aber die kleine ist doch sehr knackig und präzise.
Beide ergänzen sich übrigens ganz gut.
 
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  • #35
Im Gegensatz zum Korpusholz des Basses ist der Unterschied zwischen einer geschlossenen Box (Sealed Cabinet) und einer Box mit Bassreflexöffnung (Ported Cabinet) für jeden sofort hörbar.
Steile These.

Ansonsten: was du mit deiner Combo im Probenraum machst, hat bei einem gig mit PA usw überhaupt keine Relevanz. Und da gibt's ganz bestimmt Bassreflex...
 
  • #36

Geschlossene Boxen (Sealed Cabinets)​

Bei dieser Bauart ist das Gehäuse komplett luftdicht verschlossen. Legendäre Beispiele hierfür sind die klassischen Kühlschränke wie der Ampeg SVT-810E. Die Luft im Inneren wirkt wie eine mechanische Feder, die die Lautsprechermembran dämpft.
Die Aussage ist so allenfalls bedingt gültig, da das innere Luftpolster die Lautsprechermembran nur in den sehr tiefen Frequenzen in der Lage ist zu dämpfen. Oberhalb sagen wir mal 300 Hz dämpft die Umgebungsluft an welcher der Lautsprecher seinen Schall abgibt bereits derart stark die Membranbewegung, so dass das innere "dichte Luftpolster" in der Box bereits keinen Beitrag mehr leistet.

Dazu kommt, dass ab ca. 300 bis 400 Hz aufwärts eine Reflexbox sich genau so verhält wie eine geschlossene auch. Trotz Reflexöffnung ist das Verhalten für die Membranbewegung das gleiche so als wäre die Box geschlossen.

Wobei das ganze "gedachte" Verhalten mit der "Dämpfung" der Membranbewegung sogar umgekehrt ist. Die Membran arbeitet in einer Reflexbox gegen einen deutlich höheren "Luftwiderstand" als in der geschlossenen. Das geht sogar soweit, dass bei der Frequenz (Tuningfrequenz), bei welcher der Port seinen höchsten Pegel abgibt, die Membranbewegung nahezu zum Stillstand kommt.
Gibt man die gleiche Frequenz z.B. 55 Hz mit gleicher Leistung auf eine geschlossene Box, dann ist die Membranbewegung um ein Vielfaches höher, es kommt aber kaum Schalldruck an der Luft an, obwohl die Membranbewegung groß ist!

  • Positive Effekte:
    • Extrem präziser Anschlag: Der Bass klingt unheimlich knackig, straff und „schnell“ (hervorragendes Impulsverhalten).
"Hervorragendes Impulsverhalten"
Wen dem wirklich so wäre, man dürfte keinen Hochpass (z.B. Vong) mehr in der Signalkette benutzen, weil der einem jegliches "hervorragende Impulsverhalten" komplett versaubeuteln würde.
So ein Hochpass, egal welcher Art und die werden gerne und viel benutzt, sie machen exakt das gleiche wie jede Reflexbox auch. Sie beeinträchtigen das Impulsverhalten das letzten Endes aus der Box rauskommt genauso "nachteilig" wie eine Bassreflexbox selbst.

Das "hervorragende Impulsverhalten" einer geschlossenen Box (vers. Reflexbox) resultiert rein aus aus ihrem typischen Roll Off Shape den die (geschlossene) Box nach unten hin hat.
Es ist völlig Wumpe, ob solcher "kritische" Roll Off Shape mittels elektrischen Hochpass in der Signalkette oder der (Reflex-)Box erzeugt wird, es versaubeutelt immer(!) das "hervorragende Impulsverhalten" das man ohne hätte.

Wenn das wirklich in der Praxis derart drastisch "hörbar" wäre wenn das Impulsverhalten angeblich nicht mehr ideal ist, die gängige Praxis mit den Hochpassfiltern a la Vong in der Signalkette, die meisten Bassisten hätten ihren Vong längst aus der Signalkette verbannt.
Und obwohl der Vong das Impulsverhalten versaut, die hörbaren Erfahrungswerte damit sprechen eine ganz andere Sprache, der Sound wird mit Vong strukturierter, straffer und aufgeräumter!
 
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  • #38
100% Zustimmung @E-A-D-G
 
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  • #39

Bassreflex-Boxen (Ported Cabinets)​

Diese Boxen haben eine oder mehrere definierte Öffnungen (Ports oder Rohre). Der abgestrahlte Schall der Membran wird durch das Gehäusevolumen und die Öffnung so umgelenkt, dass er den Sound im tiefen Frequenzbereich verstärkt.
Eigentlich muß man es etwas anders sehen. Das "ported" Prinzip erweitert den Frequenzgang nach unten hin, hält den Frequenzgang länger "linear" bevor er dann abkippt.

  • Positive Effekte:
    • Höhere Lautstärke (Wirkungsgrad): Die Box nutzt die Energie der Lautsprecher-Rückseite optimal aus. Dadurch klingt sie bei gleicher Verstärkerleistung lauter und voluminöser als eine geschlossene Box.

Das ist (leider) wieder Mal die gängige aber dennoch falsche Beschreibung, wie funktioniert das Reflexsystem

Den höchsten "Wirkungsgrad" erreicht das Reflexsystem (Helmholtzresonator) in der Umgebung seiner Tuningfrequenz/Abstimmfrequenz.
Sagen wir mal 55 Hz (typisch gebräuchliche Abstimmung). In der Umgebung dieser Frequenz kommt der Membranhub nahezu zum Stillstand, trotzdem wird in dem Moment der Schalldruck der aus dem Reflexrohr kommt maximal, trotz nahezu Stillstand der Lautsprechermembran.
In der Umgebung dieser 55 Hz gibt der Lautsprecher nach vorne nahezu keinen Direktschall ab (nahezu Membrnstillstand). Wenn der Lautsprecher nach vorne schon keinen Schall abgibt, dann kann er rückwärts gerichtet "in die Box" ebenso keinen Schall abgeben.
Nach vorne an die Luft nix an Schalldruck, nach hinten in die Box und damit Umweg über den Reflextunnel ebenfalls nix, zweimal Null ergibt trotzdem wieder Null.
Trotzdem erzeugt der "Helmholtzresonator" und damit der Schall aus dem Reflexrohr in der Umgebung der 55Hz ordentlich Wumms, und die Box erreicht einen Frequenzgang von vielleicht 55Hz



  • Negative Effekte:
    • Träheres Impulsverhalten: Der Bassbereich kann minimal „langsamer“ oder weicher wirken, da die Luftmasse im Reflexkanal eine kurze Verzögerung verursacht.
Das Übertragungsverhalten Bassreflex bzw. Helmholtzresonator entspricht dem eines Bandpasses, vergleichbar den Frequenzbändern eines Terzband Grafik EQ.
Und für einen Bandpass ist ebenfalls typisch, das Impulsverhalten verschlechtert sich. Um es mal so zu sagen, wenn man nur spitzfindig genug wäre, man dürfte keinen Grafik-EQ und auch keinen Vong (HPF) mehr verwenden, weil eben beides bereits gut geeignet ist das Impulsverhalten des Signals in der Signalkette genauso zu "verschlechtern" wie eine Bassreflexbox "hinten raus"
 
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  • #40
Was soll mir jetzt die ganze Theorie sagen?
Es ist zwar physikalisch gut erklärt aber was heißt das nun in der Praxis?
Was ist den nun die Quintessenz?
Sealed oder ported egal weil effekte vernachlässigbar?

Nochmal meine Frage:
was ist der klangliche, musikalische Unterschied zwischen beiden Prinzipien und ist der relevant oder vernachlässigbar.

Wenn es geht nicht in technischen Termini.
 

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