Testbericht: Sandberg California II TT –„Kloppmann“ (inkl. Superheldenvergleich)

Tiefton

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Musik ist unvermeidbar
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East Belgium
Bassix
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1. Einleitung

Vor knapp 4 Wochen habe ich hier aus dem Forum heraus, eine passive Sandberg California II TT4 Blondine mit Kloppman JB61 Tonabnehmern erworben. Der Bass wurde 2017 gebaut. Weshalb genau diesen Bass, obwohl der aussieht wie ein Ikea-Kommödchen…? Ich weiß das ist Geschmackssache, trifft aber eben nicht den meinen. Sagen wir, es war eine Mischung aus Verfügbarkeit, Lappen im Portemonnaie und den makellosen Eindruck hinsichtlich der Verarbeitung. Das niedrige Gewicht hat dann die Kuh fett gemacht. Mein Spector wiegt knappe 5kg und mein alter kaputter Rücken dankt mir diese Entscheidung jeden Tag.
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Dieser Hals ist der Hammer:
hals.png

..stehende Jahresringe sind überbewertet, aber trotzdem ists ein Augenschschmauss und Vorteile hats allemal wenn man mal Standard D und mal Standard E gestimmt unterwegs ist. Die Saitenlage ändert sich nur geringfügig (anders als bei meinem JB).

Überhaupt wurde ein neuer Bass nur nötig, weil ich meine beiden alten Recken in den Innendienst schicken wollte. Das ständige Hin und Her mit einem der beiden Rentner (JB von 72 und Spector NS2 von 82) war mir schlicht und ergreifend nicht mehr sicher genug. Als dann noch jemand im Proberaum meinen Spector samt Ständer umgerissen hat war es soweit. Die beiden "Rentner" werden sicher noch bei Aufnahmen oder, den leider immer seltener gewordenen Sessions, ihren Auftritt haben...

Aber als hauptsächlich genutztes Tieftonwerkzeug steht nun der hier getestete Sandberg in den Startlöchern. Und der ist echt ziemlich anders als mein alter Jazz Bass. Mein Spector ist sowieso anders…

Der Superheldenvergleich:rolleyes::

sandy.jpeg

Der Spector steht für Hulk
-- da können noch so viele Musiker auf der Bühne stehen, der Spector zuckt nur müde mit den Schultern und geht durch jede "Metal-Wall of Sound"
der Jazz Bass für Alfred Pennyworth
-- immer da, wenn man ihn braucht und keine Erwartung ist zu hoch…
und mein Sandberg erinnert stark an Harley Quinn,
--die sich rotzfrech und gewöhnungsbedürftig schrill mit ihrem Baseballschläger durch die Reihen pflügt.
Ach ja, ich hab ihr ein kleines schwarzes Outfit verpasst.

2. Technische Daten
  • Modell: Sandberg California II TT
  • Bauweise: Passiv
  • Korpus: zweiteilig, Sumpfesche
  • Hals: 22 Bünde (war mir wichtig), Ahorn, durchgehend stehende Jahresringe, ca. 39mm am Nullbund ansonsten Jazzbassbreiten.
  • Griffbrett: Ahorn
  • Pickups: Kloppmann JB61 (Vintage 60s Jazzbass-Set)
  • Elektronik: Passiv, 2x Volume, 1x Tone
  • Mensur: 34"
  • Gewicht: 3522g
  • Made in Germany (was mir nicht sooo wichtig ist)
​


3. Verarbeitung & Qualitätseindruck

Die Verarbeitung ist absolut makellos. Der zweiteilige Sumpfeschekorpus zeigt eine gleichmäßig gemaserte, hochwertige Optik (so gar nicht Ikea ;-)), das Finish ist sauber und robust.
Die Hals-Korpus-Verbindung sitzt spielfrei, die Bünde sind immer noch perfekt abgerichtet und poliert.
Die Potis laufen spielfrei und wirklich satt.
Die Mechaniken sind leicht und präzise.
Besonders positiv bei dem leichten Korpus: Die Balance am Gurt ist ausgezeichnet – keine spürbare Kopflastigkeit am Gurt oder im Sitzen.
Das ist alles ungewohnt komfortabel für lange Einsätze. Je älter ich werde, umso schwerer wiegt ein Kilo Differenz:opa:.

Negativ aufgefallen ist mir die Brücke. Das man die Saiten einhängen kann ist zwar positiv - das man die Reiter ohne Führung bzw Einstellschraube nach vorne und hinten bewegen muss ist murks.
Besonders, wenn man bei einem neuen Bass herausfinden möchte welche Saiten optimal zum Gerät passen und diese oft wechselt. Das Böckchen wird von einem spitzen Dorn gehalten, der mit einer Madenschraube
fixiert wird. Dieser Dorn hinterlässt Abdrücke. Wenn man zu nah an einem "alten" Abdruck ist flutscht der Dorn dort hinein. Die Saitenhöhe wird über drei Madenschrauben reguliert. Das ist alles in allem halbwegs ok
und scheinbar auch haltbar. Wenn mir das auf den Sack geht, werde ich mich nach einer Alternative umschauen - aber soweit ists noch nicht.


4. Bespielbarkeit

Der Hals ist gut bespielbar. Nicht zu dünn, nicht zu dick. Die Rückseite ist satiniert, was ich als durchaus angenehm empfinde - auch wenns mal etwas schweisstreibender wird.
Die 3,5 kg machen den Bass zu einem echten Leichtgewicht – ideal für Bühne und Proberaum.

Die Saitenlage lässt sich sehr niedrig einstellen, ohne Schnarren. Der Bass spielt sich sowohl für Fingerstyle als auch für Slap gewohnt komfortabel.
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Plektrumspiel ..? Ich kann mir vorstellen dass die, nennen wir es direkte Ansprache und Höhen, ein wenig krawallig rüberkommen könnten (deswegen Harley Quin), aber dazu später mehr.
Die Saitenlage lässt sich sehr niedrig einstellen, ohne Schnarren, wenn man nicht zu hart anschlägt.

​


5. Klang
Die leichte Konstruktion ist nach meiner Meinung ursächlich für die Höhenlastigkeit (sehr viel Präsenz) des Grundtons. Kommt dazu noch eine heisser Preamp wirds schnell zuviel. Das ist aber kein Nachteil.
Runterregeln kann man besser, als etwas dazudichten. Ich habe gelernt, dass meine Spielweise (sehr fester Anschlag) "überarbeitet werden musste. Nachdem ich verstanden habe, wie ich damit umgehen muss
ists ganz wundervoll. Mit wirklich kleinen Änderungen im Anschlagsverhalten erreicht man nicht nur eine sehr praktikable Präsenz im Mix, die sehr gut kontrollierbar ist - man hat auch jenseits von Tonpoti und PU-Blende
hervorragende Möglichkeiten der Tonkontrolle. Hier ist von "normal", über aggressiv bis harsch alles machbar. Der Lernprozess läuft aber noch. (was mir sehr viel Freude bereitet :-))
Ich denke es sind die Tonabnehmer, die für die warmen und vollen Mitten und den immer definierten Punch bei den Tiefen verantwortlich sind.
Die Kloppmänner sind sogar noch eine Spur "luftiger" als die meines 72er Jazzbasses.

Bevor ich jetzt weiter versuche den Klang zu beschreiben:
Ein paar Tracks sagen mehr als 1000 Worte. (Bass->Kabel->Hi-Z Eingang vom Interface ins Cubase->ohne Effekte wieder raus)
...hören wir mal rein.
Die Tracknamen sagen alles: (Welcher PU und %Tone)

Beide TB100

Vorne TB100

Hinten TB100

Beide TB50

Vorne TB50

Hinten TB50

Beide TB0

Vorne TB0

Hinten TB0

Die Tonblende ist sehr wirkungsvoll, was?

Wie klingen denn etwas zartere Töne?
Hier bin ich bei "Beide TB100"


Da mich der Ton, wenns heftiger zur Sache geht an ...wie heisst der noch gleich.. erinnert
habe ich direkt noch einen Vergleich von D´Addario Chromes (Flatwounds) und Elixir Stainless Steel gewagt.
Alles im "Beide TB100" Modus.
Vorweg sei gesagt, dass die Flatwounds bei einer Bandprobe fabelhaft abgeliefert haben.
Bei den beiden ersten Tracks habe ich eine Schweineorgel hinzugefügt (bin aber ein schlechter Organist B))
Fingerstyle:
Elixir


Chromes


Slap:
Elixir


Chromes (da hab ich aber mal blöd aus der Wäsche geguckt..)


Tapping:
Elixir


Chromes (da ist irgenwas übersteuerungstechnisch schief gegangen)


EDIT: Vergessen. Hier ist noch ein Probenmittschnittausschnitt:

​


8. Fazit

Der Sandberg California II TT in dieser Konfiguration ist für mich der pure Luxus.
Unter Umständen ist dieser Bass, in dieser Konfiguration, eher kein Instrument für Anfänger. (wenn man nicht weiß wie man mit der Hyperaktivität und "Rotzigkeit" umgehen kann)
... auch wenn es der, mit Abstand und im wahrsten Sinne des Wortes, preiswerteste in der Familie ist. Die Kloppmann-Pickups machen den Bass zu einem, klanglich gesehen, echten Highlighter.
Effekte wie Overdrive, Chorus usw. werden sahnemässig getriggert. Von modern, fast HiFi , bis zu Vintage Tönen ist alles machbar.
Alles in allem hat dieser Bass eine Menge eigenen Charakter.
Es hat lange gedauert, bis ich einen Bass gefunden habe, der zu mir passt. (Ist ja auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ich über 20 Jahre meinen Spector NS2 gespielt habe)
Bei dem Sandberg ist nichts steril oder unausgewogen. Passiv at its best. Nach dem ersten Stadium der Eingewöhnungsphase, wächst die Begeisterung von Tag zu Tag.
Sogar meine Bandkollegen haben nur anerkennende Worte gefunden, wo es sonst immer hieß "Ja...äh..nett, aber bring nächstes Mal wieder den Spector mit..."

Pluspunkte
  • Wunderschöner variabler und präsenter Ton
  • Perfekte Verarbeitung
  • Sehr leicht (3,5 kg)
  • Hervorragende Bespielbarkeit
  • Kloppmann Pickups
Minuspunkte
  • eigentlich keine, ausser vielleicht
  • die Brücke
Edit: Noch einen Track nachgeliefert
 
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1 mit * für Dein Review, @Tiefton :great:

Inhaltlich kann ich eigentlich alle Punkte bestätigen - ich habe mittlerweile 4 Sandberg-Bässe (VS 4, TT 4/passiv, Lionel/passiv, Central 4), die alle großartig sind :-)
 
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Chromes (da hab ich aber mal blöd aus der Wäsche geguckt..)
Jo, am Anfang klingen die noch so, irgendwann wird es dann wie bei allen Flats: "Sounds like slapping a Log", frei nach Ian
Martin Allison.

Schönes Review :-) !
 
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Jo, am Anfang klingen die noch so, irgendwann wird es dann wie bei allen Flats: "Sounds like slapping a Log", frei nach Ian
Martin Allison.

Schönes Review :-) !
Herzlichen Dank
...aaaber, die Chromes waren schon anderthalb Jahre auf dem JB, dann zusammengerollt im Schrank, dann auf dem Prezi und wieder zusammengerollt im Schrank. weiss garnicht mehr wann ich die gekauft habe. Vor 10 Jahren vielleicht. Man sieht denen auch an, dass sie gespielt und vor allem geslappt wurden. Dieser Bass hat bestiimt einen eingebauten Treble Booster ;-). Mein DG Harmonic Booster ist eigentlich nur da um alles ein wenig runter zu regeln.
 
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Es kommt nicht so ganz unerwartet, aber nach viel Hin und Her, was die Wahl der Saiten für diesen Bass angeht, lande ich immer wieder bei den Chromes Flattwounds. Damit lässt sich der "Klack" der Saiten besser kontrollieren und die harmonieren nach meinem Empfinden tatsächlich am besten mit den hohen Mitten die der Bass betont. Im Gegensatz zu den anderen Bässen, die allessamt mit Thomastik Powerbass besaitet sind,
liefern die Flats hier eine "Lebendigkeit", die ich nicht Erwartet habe. Bei dem ollen Jazzbass hatte ich immer das Gefühl, die Flats klauen dem Teile seines Charakters. Bei dem Sandberg ists genau anders herum.
Ich werde nun mal vorsichtig im https://www.bassic.de/threads/flatwounds-for-ever.14807837/ nachfragen, ob es vielleicht neuere Entwicklungen bei den Flatwounds gibt. Ich bin mit den "brilliant" klingenden Chromes eigentlich sehr zufrieden. Die Fender* Stainless Flatwounds gehen ebenfalls in die eher "brilliante" Richtung, klingen aber auf diesem Bass eher zurückhaltend.
Bin gespannt wo diese Reise noch hingeht :rolleyes:. Denke zwar, dass es sich auf den Sound bezog, aber das Zitat von @Mudskipper kann ich nun sehr gut nachvollziehen, nachdem ich immer wieder von Flats auf Rounds und wieder zurück gewechselt habe. Vor allem die E-Saite hat ein bisschen was von der Haptik eines Laternenpfahls (was die Abmessungen angeht, natürlich).
Aber glücklicherweise bin ich ein kleines Mädchen, geboren im Körper eines Fernfahrers... :Iund nicht umgekehrt. Damit komm ich also klar..
----
Noch ein kleiner Nachtrag zum Review:
Der Sandberg ist ein normaler Longscale, spielt sich aber wie ein Mediumscale. Die tiefen Lagen sind ein gutes Stück weiter in Spielerrichtung.

Der Abstand der hinteren Kante des Bodies zum Sattel
-- Sandberg: 920mm
-- Jazzbass: 935mm
-- Spector NS2: 965mm

Der Abstand vom 12. Bund zu den Tonabnehmern (Mitte -Mitte)
-- Sandberg: Neck-PU 280mm; Bridge-PU 370mm
-- Jazzbass: Neck-PU 275mm; Bridge-PU 367mm
 
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Das scheint ein Sandbeeg Problem zu sein. Die meisten mögen
sie, verkaufen sie
aber relativ schnell.
Ging mir mit meinem Nighthawkt VM und dem Ken Taylor Modell so. Perfekte Bässe, toll zu spielen....etc.pp. aber sie durften schnell gehen.
 
Ja, ist mir auch aufgefallen. Vielleicht, weil es letztlich doch J- oder P-Bässe sind und die Konkurrenz in dem Segment riesig ist. Ich hab mir vor einigen Wochen meinen ersten Sandberg gekauft und bin sowas von angetan, ich kann mir nicht vorstellen, den jemals zu verticken.
 
Du hast nen Bogart als Bild, dachte ich behalte meinen für immer, morgen geht er auf die Post ;)

Aber ja, Sandberge sind i.d.R. JB oder PBs und damit relativ austauschbar
 
  • #10
Ist ein Marleaux Betra, kein Bogart.
 
  • #11
Ups sorry! Hoffe ich werde jetzt nicht gezwungen, mich abzumelden...🫣
 
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  • #12
Das scheint ein Sandbeeg Problem zu sein. Die meisten mögen
sie, verkaufen sie
aber relativ schnell.
Ging mir mit meinem Nighthawkt VM und dem Ken Taylor Modell so. Perfekte Bässe, toll zu spielen....etc.pp. aber sie durften schnell gehen.
Mir ist es auch so gegangen, dass ich Anfangs von meinem Sandberg sehr begeistert war, schon nach kurzer Zeit war er aber dann doch nur noch meine 4. oder 5. Wahl bei den Gigs. Ich kann mir nicht erklären warum, aus irgendeinem Grund spiele ich meine andere Bässe lieber (auch einen Sterling Seafoam-Sparkle, der hier nicht zu sehen ist :-))


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  • #13
Schönen Feiertag (auf‘m Samstag 😠)!

Ich hatte einige Jahre einen Masterpiece TT5, moderat geaged mit Kloppmanns. Traumhaft schön, vermutlich der schönste Bass, den ich je hatte. So toll ge- und verarbeitet, dass man es förmlich mit der Hand greifen konnte, wieviel Arbeit und Liebe in diesem Instrument steckte. Ein paar Jahre später habe ich ihn wieder verkauft!

Mein Grund war der Klang. Mir war der -dramatisch ausgedrückt- zu charakterlos und beliebig. Ich meine das so subjektiv, wie es klingt. In der Band, im Song, auf dem Tape funktioniert der Bass tadellos. Aber ich wollte, dass er anders klingt. Also habe ich mich auf die Saiten gestürzt, zumal es hier im Forum ja schon ewig die Meinung gibt, die original aufgezogenen taugten nicht. Ich weiß nicht, wie viele Hersteller und Serien ich ausprobiert habe. Aber der Bass klang immer noch nicht so, wie ich wollte.

Dann habe ich mich hingesetzt und überlegt, was ich denn überhaupt von einem Bass erwarte und habe zwei Erkenntnisse gewonnen: Erstens ich mag viel lieber Bässe mit Ecken und Kanten, neutral verstärkt, als neutrale Bässe mit charaktervollen Amps. Zweitens liebe ich zwei Sorten von Basssounds. Passiver 4er Fender* Jazz Bass. Aber auch so einen Ken Smith-artigen 6-Saiter Ton.

Im Anschluss habe ich alle Bässe und Cabs verkauft (fiel mir leichter, weil es auch aus einem weiteren, persönlichen Grund geboten war) und vom Erlös das, was ich wollte.

So war’s bei mir. Ich spreche aber niemandem ab, ihren/seinen TT gerade für seinen Klang zu lieben.

Editiert, weil zu lang.
 
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  • #14
Ich spiele seit Jahren vier unterschiedliche Sandbergs - das spricht wohl für sich.

Wenn ich dazu kurz ausholen darf:

- Der most used für Probe und Soul Gigs ist ein jüngerer 4-Saiter-California II fretted, aktiv und geschraubt, aus ca. 2015, auch in Natur mit Klarlack gehalten, sehr gut bespielbar, etwas höhenlastig, aber gut kontrollierbar und wunderbar leicht, kommt beim Mixman gut an!

- Ein 5 String Mahagoni fretted geschraubt, wenn drückender Bass und Tiefen gezupft gefordert sind, nicht brillant, aber mitten- und bassbetont, etwas schwer, aber dank des guten Grundsounds setzt der sich gut durch, Klangregelung erhaben und variabel, nix für funky play.

- Einen 5 String Mahagoni Fretless, geschraubter Hals, singt wunderbar, ein Pickup, braucht man nix groß dran drehen, ist zwar aktiv, aber passiv auch gut wie er ist, nicht leicht, das Ding.

- Einen genialen 4 String aus alter Zeit (1994), Shape S2 (like Hoyer-Bässe),von Holger noch selbst handgefertigt, wohl einer der Ersten mit ganz kleiner Seriennummer, noch die urigen handgedrehten Messing-Natur-Knöpfe mit "Taille", Dreiwege-Aktiv-Elektronik, original Elektronik vorhanden (die fraß aber etwas Strom), Update und Aufarbeitung bei Holger gemacht vor wenigen Jahren, er freute sich über den betagten Bursche aus der "Erstlingszeit", der Bass rauscht gar nicht mehr und der Batterieblock hält nun lange, sehr schlanker Hals, Hifi-Sound, tolle Flageoletts, Decke seidenmattes Vogelaugenahorn, durchgehender Hals, ein irres Slapgerät, hoher Attack, macht Lust auf hohes Tempo, "schneller" als man sonst so spielt, 2 Bartolinis, super an den Körper geshaped, hängt perfekt, setzt sich aber bei banddienlichem Tiefbassbegleiten nicht so durch.

Damit habe ich mir im Laufe der Jahre eine nette Sammlung mit hoher Klangvariabilität für viele Genres und Stilistiken Schritt für Schritt zusammengesucht.

Und die Sandbergs sind stimmstabil, gute Mechaniken - uneingeschränkt Value for money. Vor allem gebraucht m. E. jeden Cent wert. Die original alten Fender*, also die mich interessierten, waren mir bezogen auf Zustand und Mechaniken dafür im Vergleich fast immer zu abgerockt - oder wenn gepflegt oder fitt deutlich zu teuer. Als ich gute Gelegenheiten für einen guten preiswerten Jazz Bass hatte, fehlte mir damals immer das Geld. Ich finde die Fender* werden, bis auf berechtigte Ausnahmen, zu sehr gehyped.

Off topfig:

Ergänzend ist da zum Abrunden im Bestand noch ein Fenix Jazzbass aus Japan mit geschliffenen Saiten (der klingt Motown-nah, geht nicht so von der Hand, ist auch schwer, aber klingt wie ein Fender*), ein 5er Sadowksy Metroline Express lower Budget, tolle Ansprache der H-Saite, Allrounder, man merkt den Hersteller ... und als Upright für Jazzy ein Stagg Brettchen, war nicht teuer, aber der klingt gar nicht schlecht! Mein Alembic MK Coco Bolo ist dann eigentlich eher Wertanlage zum Freuen als häufiger Bühnengast. Superschwer, kopflastig, Mensur bis zum Mond, aber der einzigartige "Alembic Sound" - endgeil und solitär. Nur ein ausgesuchter Jaydee kütt da vllt. ran.

Grüße
Klaus
 
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  • #15
Kein Bild, keine Bässe ;)
 
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  • #16
Bilders sind doch anderswo ... hier im Pforum, meine ich.

Im Moment falscher Laptop für das alles, muss man das jedesmal posten?

Aber hier wenigstens ein Beleg, den ich zufällig da habe:

Das ist mein ältester Sandberg. 30 Jahre im Einsatz. Die Knöpfe (ein Originaler ist noch drauf) habe ich wieder von Holger bekommen (in einer alten Schachtel gabs noch welche!), dann poliert und vollständig zurückgebaut.
Man sieht ihm die 30 Jahre Bespielung nicht wirklich an!

Gruß Klaus

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  • #17
Hier noch ein Fund aus dem Proberaum:
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  • #18
Vielleicht liegt das schnelle Verkaufen an dem heutigen Überangebot und den Preisen.
Instrumente waren damals teurer als heute, sicher auch bedingt durch die Fernostproduktion.
Von meinem ersten Sandberg S1 habe ich fünf oder mehr Jahre geträumt, hab ihn dann in bestimmt 3 Bands (ca.15Jahre) Bass-Kabel-Amp als Alleinbass gespielt, nie was vermisst, sehr flexibel einstellbar.
Okay, damals noch mit Bartolinis.
Auf andere Bässe bin ich eigentlich erst gekommen, als ein Kumpel fragte, ob man einen Shortscale für 75€ neu kaufen könnte... Bis dahin war mir Equipment recht egal.

Den Sandberg habe ich immernoch, komme aber mit den Halsdimensionen nicht mehr so klar. Soundmäßig ist er nach wie vor ganz weit vorne dabei. Ich bin aber auch nicht der Typ, der bestimmte Sounds habe möchte. Wie die neuen klingen, kann ich nicht sagen. Das hängt sicherlich von PUs und Hölzern ab. Diese 7er Kopiererei ist für mich aber eben nicht mehr die Firma aus Ehmen.
Alsdenne
 
  • #20
Was das für ein Alter ist?

Vllt. ist das so zu verstehen:

Der 5-String oben (im Anhang 1056176), wo nur der Kopf unscharf aus der Tasche lugt, der ist vllt. 13 Jahre alt, also modernes Shaping, der älteste meiner Sandbergs ist der schlanke 4-Saiter mit durchgehendem Hals oben, den habe ich ca. 1994 (fast neu) von einem Endorser erworben.
 
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