Tungsten PreAmp; Hilfe erbeten!

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Hallo Elektronikexperten!

Ich bräuchte (mal wieder) Hilfe bei einem Lötprojekt. Ich habe mir bei Musikding den Tungsten PreAmp von C2C Link bestellt. Nachdem nach drei Monaten alle Teile da waren (anderes Thema) habe ich das Teil nun fertig gebaut.

Hier schonmal die Schaltpläne:

1781336019227.webp

1781336049339.webp

Jetzt gibt es im DI-Out ein Problem. Im Kanal ist ein leichtes Knistern zu hören und beim Drehen des DI-Level Potis gibt es Aussetzer und er kratzt.

Beim ersten testen hatte ich - da gar nix ging - herausgefunden, dass der NE555 defekt war und habe ihn ausgetauscht. Danach lief der Amp wie oben beschrieben.

Am Klingenausgang gibt es dieses Problem überhaupt nicht, es liegt also nur am DI-Out.

Ich alos nochmal die Kiste aufgemacht, alle Lötstellen nochmal überprüft und zunächst mal das Poti getauscht. Problem blieb ...

Weil ich dann dachte, der MOSFET hätte durch den defekten NE555 vielleicht etwas abbekommen hat, diesen auch getauscht.

Beim nächsten Test unverändert. Nur, dass es diesmal anfing zu riechen und offensichtlich der MOSFET heiß wurde.

Hat jemand eine Idee, an was das Problem liegen könnte bzw. wo ich weitersuchen kann?

Danke schonmal für eure Hilfe
 

Ich tippe auf einen Kurzschluss in der HV-Spannungsversorgung. Darauf reagiert der 555 recht empfindlich. Wenn der 555 hinüber ist, folgt alsbald der 740.
Ferndiagnose ist schwierig. Du könntest 1.) überprüfen, ob alle Bauteile richtig herum eingebaut sind und 2.) ob alle Lötverbindungen sauber sind.
 

Ich kann nichts erkennen. Die paar Bauteile, bei denen man auf die Einbaurichtung achten muss, stimmen.
Ich hab jetzt noch mal die beiden Transistoren erneuert und den Operator ersetzt.
Beim Einschalten des Netzteils gehen kurz die LEDs an den Röhren an, aber gleich wieder aus. Danach fängt es an zu riechen.

Hier mal Bilder von der Platine. Durch das Aus- und Einlöten ist da jetzt leider unschön Flussmittel drauf:
1781348067588.webp

1781348155888.webp
 
Die Implementierung der SMPS für die +250VDC sieht sehr amateurhaft aus. Neben meiner Vermutung, dass das Layout so wie es da ist mit Sicherheit keinen einzigem EMC Vortest durchlaufen hat und so ganz sicher die Grenzwerte in der Messkammer reißt:
Hast Du Phantomspannung am DI Out anliegen vom Mixer/Interface/,..
Es gibt keine DC Blockung vom Ausgang (Serien Cs oder Übertrager), wodurch Du DC Vorspannung auf dem Poti hast, das dann knarzt und krächzt.
Der DI Out benötigt mindestens ein paar Serien Cs mit Entladewiderständen.
Impedanzanpassung? Fehlanzeige

Das Schaltnetzteil ist nochmal eine ganz andere Baustelle. Hier stelle ich das gesamte Design in Frage:
- Einhaltung von Sicherheitsabständen? Wahrscheinlich nicht.
- Einstreuung in den Audioteil der Schaltung? Mit allergrößter Sicherheit.
- Glättung / Filterung der 250VDC? Der arme kleine 10uF Elyt C wird das nicht stemmen.
- Spannungsregelung / active feedback? Fehlanzeige. Die Implementierung mit dem stumpfen Shutdown via Q1 ist - nennen wir es - kreativ.

Alles in allem würde ich dem Bausatz nicht so weit trauen wie ich ihn werfen kann. Absoluter Kernschrott. Ich stelle mal in den Raum, dass das so nie an irgendwen hätte verkauft werden dürfen.

Edit: Nach der Verfärbung auf der Boardunterseite am MOSFET würde ich schließen, dass der intern kurzgeschlossen ist oder anfängt zu oszillieren.
 
Müsste das XLR-Level Poti laut Schematics nicht ein Dual-Poti sein?
 
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Die Implementierung der SMPS für die +250VDC sieht sehr amateurhaft aus. Neben meiner Vermutung, dass das Layout so wie es da ist mit Sicherheit keinen einzigem EMC Vortest durchlaufen hat und so ganz sicher die Grenzwerte in der Messkammer reißt:
Hast Du Phantomspannung am DI Out anliegen vom Mixer/Interface/,..
Es gibt keine DC Blockung vom Ausgang (Serien Cs oder Übertrager), wodurch Du DC Vorspannung auf dem Poti hast, das dann knarzt und krächzt.
Der DI Out benötigt mindestens ein paar Serien Cs mit Entladewiderständen.
Impedanzanpassung? Fehlanzeige

Das Schaltnetzteil ist nochmal eine ganz andere Baustelle. Hier stelle ich das gesamte Design in Frage:
- Einhaltung von Sicherheitsabständen? Wahrscheinlich nicht.
- Einstreuung in den Audioteil der Schaltung? Mit allergrößter Sicherheit.
- Glättung / Filterung der 250VDC? Der arme kleine 10uF Elyt C wird das nicht stemmen.
- Spannungsregelung / active feedback? Fehlanzeige. Die Implementierung mit dem stumpfen Shutdown via Q1 ist - nennen wir es - kreativ.

Alles in allem würde ich dem Bausatz nicht so weit trauen wie ich ihn werfen kann. Absoluter Kernschrott. Ich stelle mal in den Raum, dass das so nie an irgendwen hätte verkauft werden dürfen.

Edit: Nach der Verfärbung auf der Boardunterseite am MOSFET würde ich schließen, dass der intern kurzgeschlossen ist oder anfängt zu oszillieren.
Es wundert mich, dass da so Qualitätsmängel sind. ich hatte von C2C auch andere Bausätze - unter anderem den viel gelobten "Nobelium" gebaut. Bei denen gab es keine Probleme.
Aber ich hab nur "Semi"-Ahnung und baue die Teile immer mehr nach dem "Lego-Technik" Prinzip nach Anleitung.
 
Müsste das XLR-Level Poti laut Schematics nicht ein Dual-Poti sein?
Der "Erbauer" dieses Geräts hat ein paar Bilder in seinem Thread bei Pedal-PCB Link .
Da ist auch nur ein einfacher Poti verbaut und die 3 Pins nicht belegt.

Ich glaube, das PCB kann auch für einen anderen Bausatz (BlackEye) verwendet werden, bei dem dann ein Dual-Poti benötigt wird.
 
Ohne Dual Poti ist der XLR Ausgnag m.E. Unsinn. Wobei so ein Dual Poti in der Regel solche Abweichungen im Gleichlauf hat, dass da von Gleichtaktunterdrückung (was ja der Sinn eines symm. Ausgangs ist) kaum was übrig bleibt (außer man nimmt ein 25€- Edel-Studio-Poti a la Alps). Allerdings evtl. nicht ganz so schlimm wie hier mit einem single Poti.
 
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  • #10
Ich lasse mich gerne des besseren belehren, vielleicht wurde seitens C2C mehr bedacht als es den Anschein hat. Immerhin sieht es nach 4-lagigem Board aus.
Auf den ersten Blick bekomme ich beim Ansehen irgendwie Bauchschmerzen und sehr starke "isch han da mal wat jebastelt" vibes.
Die Empfehlung von Teileeinkauf via Tayda und verschiedenes anderes: Irgendwie nein. Will hier aber nicht den Thread kapern um rum zu ranten. ;)

Folgende Hinweise noch zu der SMPS Schaltung

IRF740 hat laut Datenblatt eine Gate Kapazität von 1400pF, die der NE555 treiben muss. Hier fehlt ein Gatewiderstand (irgendwas 10 Ω - 50 Ω). Ohne Gatewiderstand wird es an der Stelle zu massiven Spannungsspitzen ("Klingeln") kommen und damit extrem mieser Performance was EMV angeht.

Änderungsvorschlag:
10 Ω Serienwiderstand zwischen NE555 und Gate vom IRF.
Snubber Netzwerk R16/C11
R16 -> 330 Ω 2W flammsicher, Metalloxid (kein Drahtwiderstand! -> Induktivität)
C11 -> 330 pF Keramik 630V o. 1kV

Zusatzinfo: Der NE555 taktet hier mit ca. 45,7 kHz
Berechnung nach Datenblatt S.12: f=1,44/((Ra+2*Rb)*C)
Ra = R18 = 1 kΩ = 1000 Ω
Rb = R19 = 10kΩ = 10000 Ω
C = C12 = 1n5 = (1.5*10^−9 F)
 
  • #11
Hast Du Phantomspannung am DI Out anliegen vom Mixer/Interface/,..
Es gibt keine DC Blockung vom Ausgang (Serien Cs oder Übertrager), wodurch Du DC Vorspannung auf dem Poti hast, das dann knarzt und krächzt.
Tatsächlich war Phantomspeisung aktiviert.
Kann ich da etwas vorschalten, um das Gerät zu schützen oder muss ich jedesmal drauf achten, dass Phantomspeisung aus ist?

Änderungsvorschlag:
10 Ω Serienwiderstand zwischen NE555 und Gate vom IRF.
Snubber Netzwerk R16/C11
R16 -> 330 Ω 2W flammsicher, Metalloxid (kein Drahtwiderstand! -> Induktivität)
C11 -> 330 pF Keramik 630V o. 1kV
R16 musste ich erst bestellen, der Rest ist angepasst. Bin gespannt …
 
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  • #12
Kann ich da etwas vorschalten, um das Gerät zu schützen oder muss ich jedesmal drauf achten, dass Phantomspeisung aus ist?
Geht ganz einfach.
In den Ausgang jeweils Koppelkondensatoren und Ableitwiderstände einbauen. Die sollten m.M.n. bipolar sein um auf der sicheren Seite zu sein und kapazitätsmässig so ausgelegt, daß bei niederohmigeren Eingängen kein markanter Bassabfall auftritt.
Sie müssen die 48V verkraften, d.h. 63V-C's. Oder man geht das Risiko ein und nimmt Elkos, wo dann der Plus auf der Ausgangsseite liegt, also rückwärts beschalten.
Ob das klangliche Auswirkungen hat weiß ich nicht
 
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  • #13
Es wundert mich, dass da so Qualitätsmängel sind.
Es kommt darauf an was für Maßstäbe angelegt werden. C2C ist so wie es den Anschein macht Bastelklasse. Geht noch schlechter, aber nach oben ist eine Menge Luft.
Sieht für mich nach jemandem aus, der aus der DIY Bastel-Community kommt und dann irgendwann entschlossen hat nicht mehr nur für sich zu basteln. Es ist das eine, für sich selber rumzubasteln und das andere, sowas dann für Geld zu verkaufen. Unter anderem deshalb gibt es mittlerweile Normen, Regeln und Kontrollmechanismus für jeden Scheiß, weil das Vertrauen auf gesunden Menschenverstand, Sorgfaltspflicht usw. einfach kein Verlass ist.

Diese krude Schaltung für die +250VDC kommt ursprünglich wohl aus dem Umfeld "Nixie Tube" Projekte.
Die erste Nennung die ich finden konnte ist: https://www.ledsales.com.au/kits/nixie_supply.pdf
Die Firma verkauft das Board mindestens seit 2005. Wer das initial mal so auf eine Serviette gekritzelt hat weiß ich aber nicht.
Aus der Nixie-Tube Community hat die Schaltung wohl seinen Weg in verschiedene andere Foren genommen, wie elektroda.pl, diystompboxes.com,.. und wird dann von diversen Projekten immer wieder exakt genau so implementiert ohne die Schaltung mal zu hinterfragen.
Die Tube-Town LoV60 Projekte benutzen exakt den gleichen Mist.
 
  • #14
Es kommt darauf an was für Maßstäbe angelegt werden. C2C ist so wie es den Anschein macht Bastelklasse. Geht noch schlechter, aber nach oben ist eine Menge Luft.
Sieht für mich nach jemandem aus, der aus der DIY Bastel-Community kommt und dann irgendwann entschlossen hat nicht mehr nur für sich zu basteln. Es ist das eine, für sich selber rumzubasteln und das andere, sowas dann für Geld zu verkaufen. Unter anderem deshalb gibt es mittlerweile Normen, Regeln und Kontrollmechanismus für jeden Scheiß, weil das Vertrauen auf gesunden Menschenverstand, Sorgfaltspflicht usw. einfach kein Verlass ist.

Diese krude Schaltung für die +250VDC kommt ursprünglich wohl aus dem Umfeld "Nixie Tube" Projekte.
Die erste Nennung die ich finden konnte ist: https://www.ledsales.com.au/kits/nixie_supply.pdf
Die Firma verkauft das Board mindestens seit 2005. Wer das initial mal so auf eine Serviette gekritzelt hat weiß ich aber nicht.
Aus der Nixie-Tube Community hat die Schaltung wohl seinen Weg in verschiedene andere Foren genommen, wie elektroda.pl, diystompboxes.com,.. und wird dann von diversen Projekten immer wieder exakt genau so implementiert ohne die Schaltung mal zu hinterfragen.
Die Tube-Town LoV60 Projekte benutzen exakt den gleichen Mist.
Danke für die Recherche. Wieder was gelernt …

Im Moment ist mir aber die Lust auf Löt-Bastelprojekte eh vergangen.

Zu viel Ärger irgendwie für das, was letztlich rauskommt.

Die letzten coolen Bausätze waren von Schalltechnik04. Die haben immer Spaß gemacht.
 
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  • #15
Tatsächlich war Phantomspeisung aktiviert.
Kann ich da etwas vorschalten, um das Gerät zu schützen oder muss ich jedesmal drauf achten, dass Phantomspeisung aus ist?


R16 musste ich erst bestellen, der Rest ist angepasst. Bin gespannt …
So, hab die Vorschläge von @quarkfrosch umgesetzt.
Musste noch eine dieser „Blender“-LEDs an den Röhren ersetzen, weil die kaputt war.

Danach getestet—> kein Ton, OP und MOSFET werden heiß. Das Ding ist fürn Ar**h!!
Lehrgeld bezahlt, einen Haufen Zeit verschwendet, Haken dran ✅
 
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  • #16
Ich glaube, ohne Oszi kommt man da nicht weiter. Schwingen ist wahrscheinlich.

Hast Du den Spannungswandler mal ohne Last betrieben?
 
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  • #17
..da kommen wohl 2 Dinge mit ins Spiel:
Einerseits die etwas "bemerkenswerte" Hochspannungsversorgung" und andererseits die Preamp-Schaltung selber.

Ohne Messgerätepark, Oszi und externe Stromversorgungsmöglichkeit, incl Anodenspannung würde ich mir keinen Bausatz bestellen wollen.

Wie schnell kann es da ins "Eingemachte" gehen..

Auch ein gut gefülltes Bauteile-Lager der Standard-Bauteile ist von Vorteil.
Ich trauere auch den Zeiten nach, wo Conrad sogar 2x, Bürklin, Strixner/Holzinger, Hartnagel usw und ganz früher noch Radio RIM als kompetente Bauteil-Läden in unmittelbarer Reichweite waren.
Luxus pur!

Viel Erfolg
 
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  • #18
Ich glaube, ohne Oszi kommt man da nicht weiter. Schwingen ist wahrscheinlich.

Hast Du den Spannungswandler mal ohne Last betrieben?
Nein.

Das Ding liegt jetzt auch in einer Kiste und ist (nahezu) vergessen. Es wird als Ersatzteillager genutzt werden. Klinkenbuchsen oder so kann man immer mal brauchen.

Hab kein Bock mehr auf das Teil ...
 
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