Umbau eines Warwick Thumb auf Passivbetrieb

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Da ich bei meinem inzwischen über 30 jahre alten Warwick* Thumb immer schon viel lieber den Passiv- als den Aktivbetrieb genutzt habe, woran auch die Nachrüstung einer Glockenklang*-Aktivelektronik nichts geändert hat, werde ich jetzt den großen Schritt gehen, das ganze aktive Gedöns rausreißen und eine robuste passive Regelung einbauen. Hölzer und PUs des Basses liefern mir auch ohne Platinen und Chips genau das, was ich haben will.

Ein bisschen besonders wird es aber dann doch werden: Die drei Potis (VOL-VOL-TONE) werden jeweils in PushPull-Version eingebaut, jedes der beiden VOLs schalten den dazugehörigen Bartolini von Seriell (Standard) auf Parallel um, und ans TONE-Poti kommen zwei umschaltbare Kondensatoren zur Auswahl der Höhenblenden-Charakteristik. Wenn das alles so glückt, wie ich es mir vorstelle, habe ich anschließend einen passiven Bass, dessen Regelmöglichkeiten ihresgleichen suchen. Ob das alles auf lange Sicht wirklich Sinn macht ... wer weiß das schon. Ich werde berichten.
 
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Ob das alles auf lange Sicht wirklich Sinn macht ... wer weiß das schon.

Diese "Dual Sound" VVT Variante bringt schon was... zumindest mit den DiMarzio DP 122 und 123 in meinem PJ Bass.
Ob die Bartolinis genug Muskeln haben für internen Parallelbetrieb, wird man nur durch den Praxistest raus kriegen,
aber die Schaltung finde ich gut und hab die 1:1 so eingebaut, wie von @Cadfael dokumentiert, siehe Anhang unten.

Allerdings ohne die o.g. Option, mit zwei Kondensatoren und Push-Pull-Tonepoti.

Hast Du evtl. einen Schaltplan als Empfehlung für das was Du im Thumb vorhast ?

Und was mich nebenbei noch umtreibt ist, ob evtl. jemand eine Schaltung hat, mit der via Push-Pull-Tone die beiden
PUs untereinander (nicht PU-intern) seriell / parallel geschaltet werden können ?



Screenshot 2026-06-12 at 10-33-04 BS417.cdr - Bassschaltungen.pdf.webp
 
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Die Di Marzios sind ja saitenpaarig geteilt, d.h. es gibt je PU eine Spule für jeweils die tiefen zwei und die hohen zwei Saiten. Die bei mir verbauten Bartolinis decken je Spule alle Saiten (bei mir 6) ab, insofern sollte das alles gut passen. Den Seriellbetrieb gab es ja jetzt schon, wenn man auf passiv umgeschaltet hat.

Was den Schaltplan betrifft ... da habe ich tatsächlich versucht, selber zu verstehen und zu tüfteln, PushPullPotis zu vermessen etc. ... wenn das dann alles so funktioniert wie geplant, stelle ich das gerne zur Verfügung.
 
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Die Di Marzios sind ja saitenpaarig geteilt, d.h. es gibt je PU eine Spule für jeweils die tiefen zwei und die hohen zwei Saiten. Die bei mir verbauten Bartolinis decken je Spule alle Saiten (bei mir 6) ab, insofern sollte das alles gut passen.

Den Aufbau bzw. ob Splitcoil, side by side- oder stacked- u.a. Humbucker meine ich nicht, sondern die Schaltung
die mit 4 adrigen PUs möglich ist und ich bin davon ausgegangen, dass diese Bartolinis vier davon haben, um die
seriell, parallel oder auch out of phase schalten zu können, sowie einfach nur zu splitten, je nach Vorliebe, aber
ich weiß natürlich nicht genau welche Bartolinis in Deinem Bass verbaut sind und hab mich evtl. zu weit aus dem
Fenster gelehnt.
 
... und ans TONE-Poti kommen zwei umschaltbare Kondensatoren zur Auswahl der Höhenblenden-Charakteristik.

... oder gleich einen C-Switch... entweder fertig kaufen oder selbst bauen.

Beispiel:

 
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Üblicherweise sind die Pickups im Thumb aktiv und brauchen daher die Spannung einer Batterie.

Sind die Bartollinis passiv?
 
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<Korinthenkackmodus ein> Alle PUs sind im Kern (Magnet und Spule) passiv, nur manche z.B. EMGs haben bereit im PU-Gehäuse erste aktive Elemente verbaut, was dazu führt, dass der PU ohne Strom still bleibt. Bei meinen Bartolinis ist das nicht der Fall. Das sind ganz stinknormale passive Doppelspuler, d.h. ich kann jede der beiden Spule getrennt (aber halt rein passiv) ableiten und entsprechend nachbehandeln (seriell, parallel, ...). Ab Werk sind die seriell verdrahtet, d.h. die Weiterleitung vom südlichen Ende der einen zum nördlichen Ende der anderen Spule besteht aus der ganz banalen direkten Verbindung dieser zwei Anschlusskabel.
 
<Korinthenkackmodus ein> Alle PUs sind im Kern (Magnet und Spule) passiv, nur manche z.B. EMGs haben bereit im PU-Gehäuse erste aktive Elemente verbaut, was dazu führt, dass der PU ohne Strom still bleibt. Bei meinen Bartolinis ist das nicht der Fall. Das sind ganz stinknormale passive Doppelspuler, d.h. ich kann jede der beiden Spule getrennt (aber halt rein passiv) ableiten und entsprechend nachbehandeln (seriell, parallel, ...). Ab Werk sind die seriell verdrahtet, d.h. die Weiterleitung vom südlichen Ende der einen zum nördlichen Ende der anderen Spule besteht aus der ganz banalen direkten Verbindung dieser zwei Anschlusskabel.
Ah ok.
Bei den Thumbs mit MEC sind die Pickups jedenfalls aktiv.

Möglicherweise gab es auch irgendwann einmal Baureihen mit passiven MECs, das kann ich nicht sagen.
Mein 1994er Thumb hat auf jeden Fall aktive MECs.
 
Zwischenbericht von der Bastelfront:

Nachdem der Bass jetzt tagelang ausgeweidet in erbarmungswürdigem Zustand auf der Lötbank lag, tönt er jetzt wieder. Und wie!

Was wurde gemacht?
  1. Die vor knapp 15 Jahren nachgerüstete aktive Glockenklangregelung ist rausgeflogen ... falls jemand Interesse daran hat, gebe ich die gerne ab, aber halt ohne jegliche Gewährleistung, Garantie oder Dokumentation.
  2. Die drei Potis (VOL mit Pull für Passiv - PAN - Doppelstock Tone) wurden durch drei A500k-Push-Pull-Potis von MEC ersetzt.
  3. Die werkseitige serielle Brücke der Bartolinis wurde aufgetrennt und im PushPullPoti so aufgelegt, dass in Push-Stellung die beiden PU-Spulen seriell (wie vorher), in Pull-Stellung dagegen parallel betrieben werden.
  4. Die Push-Pull-Funktion des Tone-Potis wurde genutzt, um der rein passiven Höhenblende zwei verschiedene Kapazitäten zur Auswahl anbieten zu können: Push: 1 x 47pF, Pull 2 x 47 pF parallel = 94 pF).
  5. Alle Verbindungen sind (noch) modular über passen gecrimpte MicroFitt-Stecker realisiert: Ich kann zur Fehlersuche sowohl jede Verbindung vom PU zum Poti wie auch die Verbindung vom Poti zum Instrument lösen, ohne einen Lötkolben in die Hand zu nehmen.
  6. Das ganze Instrument durchzieht ein "GND-Bus" ... das ist nur eine hochtrabende Bezeichnung für eine Schnapp-Wagoklemme, die fest mit der Instrumentenmasse verbunden ist und alle Massen bereitwillig entgegennimmt.
  7. Gleiches gilt für den "HOT-Bus": alle vier relevanten Hot-Verbindungen (VOL 1, Vol 2, Tone, Buchse) sind, gemeinsam mit der dazugehörigen Masse, in eine 2er Microfit gecrimpt. Sollte ich also irgendwann mal an den Kondensatoren der Klangregelung was ändern wollen, stecke ich die ab, baue das Poti aus, und der Bass spielt halt ohne Klangregelung ungerührt weiter, bis ein überarbeitetes Poti wieder reingesteckt wird. Sollte eins der Poti plötzlich zu Knacksen und Knistern beginnen, wird es abgesteckt, und der Bass spielt weiter.
Das Elektronikfach sieht noch etwas wüst aus, aber schon allein die Gewissheit, dass ich nie mehr wieder ohne 9V-Batterie dastehe, ist irgendwie beruhigend.

Zum wichtigsten: Wie klingt das Ding jetzt?

Kann ich noch nicht abschließend sagen. Der erste Eindruck ist, dass die PUs irgendwie frei durchatmen, dass zwischen dem Punkt, wo ich mit dem Finger die Saiten berühre bis dort, wo der Ton aus der Box kommt, eine sehr viel direktere und unmittelbarere Verbindung besteht als jemals zuvor. DIe Seriel-Parallel-Umschaltung der beiden PUs stellt den Sound nicht völlig auf den Kopf, es ist eher so, als ob in seriell alles ein wenig geboostet wäre, es wird ein wenig lauter, dafür aber detailärmer. IN Parallelstellung tauchen Feinheiten auf, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt. Da wird das Instrument wohl etwas weniger verzeihend sein, wenn man unsauber spielt.

Wovon ich mehr als angenehm überrascht bin, ist die umschaltbare TOnblende: in Standardstellung (47pF) kann ich die jetzt sehr viel präsenteren Höhen runterregeln, ohne dem Instrument die Seele zu nehmen, mit 94pF geht das ganze sehr viel deutlicher zu Werke, fast in Richtung Motown / Blues, aber ohne zu sumpfen.
 
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  • #10
Interessanter Bericht!

47pF und 94pF kommen mir sehr wenig vor, meinst Du vielleicht nF?
 
  • #11
Klar. nF ist richtig. Es sind halt die 47er, die ich rumliegen hatte.
 
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  • #12
Ich habe mir vom KI-Knecht Skizzen machen lassen, wie das Ding jetzt verkabelt ist:

Zuerst der Weg von den PUs durch die Steckverbindung (MicroFit) zum Push-Pull-Poti. Alle PU-Leitungen enden an den Schaltpins, werden intern d.h. gleich vor Ort an die Rgelstufe weitergereicht und verlassen das Poti als HOT und GND.

PU_POTI_BUS.webp


Zur Tone-Regelung:
Das HOT-Signal kommt bei den beiden durchverbundenen Schaltpins 5 und 8 an, von wo es je nach Schalterstellung entweder einen (Lila) oder eben zwei (grün und blau schraffiert) 47er Kondensatoren durchläuft, bevor oben geregelt wird, wieviel davon zur Masse abfließt.

TONE_ab_BUS.webp


Zu guter letzt der hochtrabend als HOT_GND_BUS bezeichnete "Kabelbaum" ... eigentlich nur 4 2er Microfit-Stecker, über die sich die beiden VOL-Potis, das Tone-Poti und die Ausgangsbuchse untereinander verbinden können.

HOT_GND_BUS.webp
 
  • #13
Ich habe einmal versucht, ChatGPT einen Schaltplan einer Spannungsverdopplung zeichnen zu lassen. Alles falsch.

Hast Du die Schaltungen oben kontrolliert? Möchte Dir nicht zu nahe treten, bin bei KI aber sehr misstrauisch, wenn es um Schaltpläne geht. Da den korrekten Prompt zu erstellen, ist nicht trivial.
 
  • #14
Der Weg war genau anders rum. Ich habe die Schaltung selber ausgetüftelt, das ist ja kein Hexenwerk, ausgetestet und dann beschreiben und zeichnen lassen.
 
  • #15
Das meine ich ja. Dass Deine Schaltung stimmt und funktioniert, ziehe ich keine Sekunde in Zweifel. Bei einem KI-generierten Schaltplan bin ich allerdings sehr skeptisch, zumal sich die Pläne an keinerlei bekannte Standards halten und es mir bei schnellem Drüberschauen nicht gelang, die Funktionen nachzuvollziehen. Das ist bei sauber gezeichneten Schaltplänen normalerweise anders.
 
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  • #16
Eins, was mir nach einer längeren Einspiel- und Einstellsitzung gestarn abend immer deutlicher auffällt: Der Sound kommt auch mit den durchaus schon alten Saiten (zwar die lange haltenden Elixir Nanoweb) so rüber, als wären die brandneu. Ich wage nicht, mir vorzustellen, das da mit neuen und frischen Saiten passiert.
 

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