Teuflische Coversongs am Beispiel von Maggie May

  • Ersteller Ersteller Unmögbar
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  • #22
Schade eigentlich, denn dadurch lernt man am meisten.

hmm… 🤔
Im Prinzip hast Du ja recht. Aber wie üblich bei solchen "Mechanisierungen" hängt es davon ab, wie man sie nutzt, und wie man die freiwerdende Kapazität nutzt.
Eine Basslinie wie die von Maggie Mae, oder auch diverse EWF fallen mir da ein, die im Bandkontext nicht leicht erkennbar und präsent abgemischt ist, wirklich Ton für Ton herauszuhören, kann schon extrem viel Arbeit sein. Da hab ich früher (TM) auch drauf verzichtet, und es hat gereicht, wenn die Form und bestimmte Hooklines klar waren. Da finde ich es schon klasse zur (s.o.) Erweiterung meines musikalischen Wortschatzes auch mal genau zu sehen, was andere Leute so treiben, und da sind im Netz verfügbare Transkriptionen oder auch KI Transkript Tools (ich hatte damals nach der Spurtrennung mit Moises AnthemScore genutzt) schon eine tolle Möglichkeit, viel gewonnene Zeit in das Üben der identifizierten Linien zu stecken.
Aber klar, wenn damit mehr lieblose und halbverstandene Masse produziert wird, bringt das die Menschheit nicht wirklich weiter.
 
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  • #23
Im Prinzip hast Du ja recht. Aber wie üblich bei solchen "Mechanisierungen" hängt es davon ab, wie man sie nutzt, und wie man die freiwerdende Kapazität nutzt.
Eine Basslinie wie die von Maggie Mae, oder auch diverse EWF fallen mir da ein, die im Bandkontext nicht leicht erkennbar und präsent abgemischt ist, wirklich Ton für Ton herauszuhören, kann schon extrem viel Arbeit sein. Da hab ich früher (TM) auch drauf verzichtet, und es hat gereicht, wenn die Form und bestimmte Hooklines klar waren. Da finde ich es schon klasse zur (s.o.) Erweiterung meines musikalischen Wortschatzes auch mal genau zu sehen, was andere Leute so treiben, und da sind im Netz verfügbare Transkriptionen oder auch KI Transkript Tools (ich hatte damals nach der Spurtrennung mit Moises AnthemScore genutzt) schon eine tolle Möglichkeit, viel gewonnene Zeit in das Üben der identifizierten Linien zu stecken.
da stimme ich dir voll zu.
Aber klar, wenn damit mehr lieblose und halbverstandene Masse produziert wird, bringt das die Menschheit nicht wirklich weiter.
Ich hatte da kurz nur die leute im kopf die auf YT songs mechanisch auswendig lernen.
 

  • #24
Maggie Mae finde ich ein interessantes Beispiel.
Soweit ich weiß, spielt da Ron Wood den Bass und so wie es sich für mich anhört, ist das ohne viel Proben frei von der Leber weg aufs Band improvisiert - inkl. kleiner Fehler und Schludrigkeiten.
Ich glaub nicht, dass der gute Ronnie da hinterher noch wusste, was er da genau gespielt hat…
Und bei einem zweiten Take hätte er wahrscheinlich etwas ganz anderes gespielt.

Nicht falsch verstehen - bin großer Fan dieser Aufnahme.

Aber ich für meinen Teil würde es genauso machen:
Ein paar markante Stellen lernen und den Rest versuchen, stilistisch ähnlich zu improvisieren; so wie es meiner Meinung nach der Ron Wood auch gemacht hat.
 
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  • #25
Zumal der Song jetzt nicht unbedingt von Bass Licks lebt

Einfach über die Harmonien improvisieren
 
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  • #26
Das ist eine der vielen schönen Seiten am Bassspiel: Gitarrenparts (und besonders Soli) kennen die Fans in- und auswendig und der Gitarrist muss sie Ton für Ton genau reproduzieren. Beim Bass muss man einzelne markante Punkte treffen und sonst hat man Narrenfreiheit.
 
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  • #27
Das ist eine der vielen schönen Seiten am Bassspiel: Gitarrenparts (und besonders Soli) kennen die Fans in- und auswendig und der Gitarrist muss sie Ton für Ton genau reproduzieren. Beim Bass muss man einzelne markante Punkte treffen und sonst hat man Narrenfreiheit.
Kommt auf die Band oder das Lied an, bzw. welchen Stellenwert der Bass in dem Lied/Band hat
 
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  • #28
Bei solchen Songs spiele ich am Anfang ganz einfach und versuche den Mitmusikern Orientierung zu geben, wenn die Songs dann "rollen" baue ich nach Gefühl Fills ein, welche zum Song und zum Style passen, meistens immer die selben:engel:.
Man merkt an der Mühe die ich mir dabei gebe, wie gut ich den Song finde :evil:
 
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  • #29
Klar, in einem 4 h/Gig Setting dürfte es wirklich zu viel des Guten sein, diese sehr gitarristisch geprägte und ständig in Variationen gespielte Linie erarbeiten zu wollen. Ich würde mir wohl in dem Fall einen Isolated Bass Track aus dem Netz ziehen und anhand dessen die Schlüsselstellen lernen.

Wenn ich Songs für meine Hauptband lerne (keine Cover, aber Linien des Vorgängers) versuche ich schon, den jeweils gewählten Ansatz zu verstehen und die Originallinie 1:1 zu lernen, um sie dann nach meinen Vorlieben abzuändern. Auf diese Weise halte ich meine Ohren fit und erweitere mein eigenes Vokabular. Oft behalte ich die Originallinie bei, weil ich sie so schon gut und passend finde. Wenn mir dann in Laufe der Zeit eine songdienliche Modifikation einfällt, bau ich die ein. So gelingt auch ein sanfter Übergang zwischen den Bassisten, obwohl mein Vorgänger Kontrabass und zum Teil sehr prägnante Linien gespielt hat. Jedenfalls haben sich die Irritationen über den Personalwechsel innerhalb und außerhalb der Band sehr in Grenzen gehalten :bier:
 
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  • #30
ich transkribiere und arrangiere viel für meine Bands, meist auf der Reise im Zug. Das ist beim raushören für Mitreisende manchmal lustig anzuhören, ich mit Kopfhörer, Zeug mitsummend oder -singend.

Wenn ich einen Song mal transkribiert und verarbeitet habe, kann ich ihn meist auch gleich spielen.
 
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  • #31
Der Bass im Original klingt für meine Ohren nicht streng durchkomponiert, das hört sich eher nach einem versierten Sessionbassisten an, der da "nach Gefühl" spielt. Ich finde das in solchen Fällen immer etwas krampfig, wenn man das bis aufs i-Tüpfelchen nachbaut, das wirkt dann schnell mal unorganisch. Insoweit wäre meine Herangehensweise: Mir den Song wieder und wieder anhören, bis ich selbst ein Gefühl dafür entwickle – im Auto, bei der Arbeit, egal - einfach im Hintergrund mitlaufen lassen und den Basspart mitsingen, soweit möglich. Erst wenn das Mitsingen/summen einigermaßen klappt, wird dann ernsthaft, mit Bass in der Hand der Song gelernt, aber eben ohne den Anspruch Note für Note das Original nachzuspielen.
 
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  • #32
Ich höre gern mehrere Konzerte oder live-Aufnahmen derselben Band um Variationen und Improvisationen zu entdecken. Das macht dann Mut für die eigene Freiheit beim Begleiten. Aber das wurde hier ja schon ähnlich sehr schön beschrieben. Auch vom Blatt spielende Profis können noch kleine eigene Ideen hinzufügen und wurden teiweise deshalb gern eingeladen (motown). Das erinnert mich daran, das Blattspiel zu üben.
Schöner Artikel zu einem interessanten Thema…
 
  • #33
Für die Blattspieler unter uns habe ich hier ein paar Noten von Maggie May. Viel Spaß.
 

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  • #34
Bei Maggie May hat ja seinerzeit Ron Wood Bass gespielt. Da sind melodisch ein paar tolle Sachen dabei, aber auch nicht alles.
Hauptsache du erfasst den Song und kannst die Signatur-Licks
 

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  • #35
Ich finde es interessant, dass es Popmusik die Tendenz zur Festlegung und zu richtig und falsch gibt und sich das Genre aus meiner Sicht so mehr in Richtung Klassik bewegt. Natürlich hat das mit Lehr- und Covervideos auf Youtube und der Verschriftlichung durch Tabs und Transkriptionen zu tun. Aber irgendwie beraubt sich die Musik auch ihrer Lebendigkeit, wenn alle versuchen, die Songs mit allen Drumbreaks immer gleich nachzuspielen und bemerkt wird, dass der Basslauf in Takt 17 aber eigentlich anders geht.
 
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  • #36
Ich finde es interessant, dass es Popmusik die Tendenz zur Festlegung und zu richtig und falsch gibt und sich das Genre aus meiner Sicht so mehr in Richtung Klassik bewegt. Natürlich hat das mit Lehr- und Covervideos auf Youtube und der Verschriftlichung durch Tabs und Transkriptionen zu tun. Aber irgendwie beraubt sich die Musik auch ihrer Lebendigkeit, wenn alle versuchen, die Songs mit allen Drumbreaks immer gleich nachzuspielen und bemerkt wird, dass der Basslauf in Takt 17 aber eigentlich anders geht.
Demnach ist Musik nur lebendig wenn man sich nicht an das Original oder an ein festes Arrangement hält?
Das eine schließt das andere doch nicht aus.
 
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  • #37
Schließt sich natürlich nicht aus, aber ich beobachte eine Verschiebung hin zum Festgelegten, das exakt reproduziert wird. Das ist nicht schlimm, aber Kommentare wie "das ist jetzt aber nicht die originale Basslinie", abwertend gemeint, gibt's glaube ich heute mehr als früher. Vielleicht täusche ich mich auch und es gibt nur mehr Foren, wo man das loswerden kann.
 
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  • #38
Ich finde es interessant, dass es Popmusik die Tendenz zur Festlegung und zu richtig und falsch gibt und sich das Genre aus meiner Sicht so mehr in Richtung Klassik bewegt. Natürlich hat das mit Lehr- und Covervideos auf Youtube und der Verschriftlichung durch Tabs und Transkriptionen zu tun. Aber irgendwie beraubt sich die Musik auch ihrer Lebendigkeit, wenn alle versuchen, die Songs mit allen Drumbreaks immer gleich nachzuspielen und bemerkt wird, dass der Basslauf in Takt 17 aber eigentlich anders geht.
Kommt einfach auf den Song, das Genre usw an.
Es gibt Songs, die "vertragen" eine eher freie interpretation einer Bassline usw sehr gut, Maggy May gehört da definitiv zu.
Und es gibt Songs die leben von ihrer sehr strikten und ausgefuchsten Struktur; das klingt dann nicht lebendig sondern einfach nicht gut wenn man es nicht exakt nachspielt.
manchmal sind es auch innerhalb eines Songs Passagen die exakt sitzen "müssen, der Rest aber relativ frei ist.
das ist jetzt aber nicht die originale Basslinie",
Habe ich noch gar nicht so mitbekommen, das es abgewertet wird, Ausnahme siehe oben, wnen es dann einfach nicht so gut klingt/passt.
 
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  • #40
manchmal sind es auch innerhalb eines Songs Passagen die exakt sitzen "müssen, der Rest aber relativ frei ist.
Und die fallen einem unter Umständen erst später auf...
Es gibt z.B. Passagen in Basslines, die so arrangiert sind, dass sie auf den Gesang oder eine Textpassage abgestimmt sind, um diesem / dieser eine subtile Betonung zu geben.
Oft bemerkt man das erst nach zigmaligem Hören und dem Gefühl, dass dem gecoverten Song noch das gewisse Etwas des Originals fehlt, das für einen selbst den Reiz ausmacht.
Ging mir jedenfalls mit dem Song so, den ich deshalb noch mal neu geübt habe.
 
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