Teuflische Coversongs am Beispiel von Maggie May

  • Ersteller Ersteller Unmögbar
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  • #41
Schließt sich natürlich nicht aus, aber ich beobachte eine Verschiebung hin zum Festgelegten, das exakt reproduziert wird. Das ist nicht schlimm, aber Kommentare wie "das ist jetzt aber nicht die originale Basslinie", abwertend gemeint, gibt's glaube ich heute mehr als früher. Vielleicht täusche ich mich auch und es gibt nur mehr Foren, wo man das loswerden kann.
Letztendlich kommt es darauf an, den Song und dessen Spirit zu transportieren. Die Rolle des Basses ist ja oft, den Rhythmus mit der Melodie zu verbinden. Wenn das mit einer anderen Bassline gelingt, ist das super (höre ich oft..). Wenn der Drummer sowieso etwas anderes als im Original spielt,ist es fast Pflicht die Bassline anzupassen...meist ist ein song jedoch im Original sehr gut durcharrangiert/gemixed, und wie Kollege Ray oben schreibt, sollte man dann die Original-Basslinie spielen.
 
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  • #42
...Teuflische Coversongs...:gruebel:...

Es ist grundsätzlich die Frage zu stellen, "Cover" oder "Tribute"...?...("Tribute" ist ja klar definiert)...

Bei "Cover" finde ich, dass das Grundsätzliche eines Songs erhalten bleiben muss (wie beispielsweise "Text", "Gesangsmelodie" und "Grundcharakteristik des Songs")... - ...der Rest ist nach meiner Ansicht Interpretationssache... - ...

Wir, also, meine Band und ich(|)), "covern" (mittlerweile bin ich 12 Jahre dabei), aber keine einzige meiner Basslinien entspricht dem Original, weil ich den Song "auf dem Bass" so interpretiere, wie ich den Song empfinde... - ...es gibt also für mich genug Inspirationen, die ich einem Song entnehmen kann, wenn ich es will...

P.:-):bier:
 
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  • #43
Ich finde es interessant, dass es Popmusik die Tendenz zur Festlegung und zu richtig und falsch gibt und sich das Genre aus meiner Sicht so mehr in Richtung Klassik bewegt. Natürlich hat das mit Lehr- und Covervideos auf Youtube und der Verschriftlichung durch Tabs und Transkriptionen zu tun.

Da ist schon was dran. Schließlich kann man ein Lied das schon 50 Jahre alt oder älter ist, und das immer noch gespielt wird, durchaus "klassisch" nennen. Und damit meine ich jetzt nicht die namensgebende historische Musikepoche zwischen 1730 und 1830. Vielmehr kann man das auch in dem Sinn verstehen, daß etwas zu einem bleibenden Standard seiner Art geworden ist.

Was in 50 Jahren unserer schnellebigen und oft oberflächlichen Zeit noch nicht vergessen worden ist, das wird vielleicht auch in 50 oder 100 weiteren Jahren noch gespielt und gerne gehört, falls die Menschheit nicht schon längst selber Geschichte geworden ist. Wer weiß das schon. Selber erfahren werden wir es jedenfalls nicht mehr.
 
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  • #44
falls die Menschheit nicht schon längst selber Geschichte geworden ist. Wer weiß das schon. Selber erfahren werden wir es jedenfalls nicht mehr.

...keine Einwände, eure Ehren...

P.:-):-*
 
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  • #45
In der Regel wird das das Coverpublikum nicht die Bohne interessieren.

Genau das. Spiel so, dass es nicht falsch ist und das feeling des Songs stimm. Der Rest ist für die Gesamtperformance "egal".
Schöner oder besser oder richtiger kannst du dann einfach nach eigenem Ermessen (über die Zeit) dazubringen.
 
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  • #46
Genau das. Spiel so, dass es nicht falsch ist und das feeling des Songs stimm. Der Rest ist für die Gesamtperformance "egal".
Schöner oder besser oder richtiger kannst du dann einfach nach eigenem Ermessen (über die Zeit) dazubringen.
Wobei Bands auch schon mal dazu tendieren so Bontempi Cover zu spielen, wo sich ein Song wie der andere anhört aber stolz verkündet, dass man 100 Songs im Repertoir hat...
...das ist das eine Extrem, das andere sind dann Interpretationen eines Songs, die so weit vom Original weg sind, dass es auch unerträglich ist. also "spiel so, dass es nicht falsch ist" ohne den Zusatz "und das feeling des Songs stimmt" ist dann das erste Extrem.

Hier mal ein Beispiel einer für mich sehr gelungenen Cover Version, nicht 1 zu 1 nachgespielt, nicht einfach runter gespielt sondern spannend interpretiert mit Fähigkeiten für die man keine Superkräfte braucht. Man merkt wie viel Spaß die haben. Das macht den runtergenudelten Song für mich wieder gut hörbar.
 
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  • #47
Türlich. Man kann es in beide Richtungen übertreiben. Im Bereich der goldenen Mitte ist es annhähern egal was der Bass spielt. Vielleicht kann man sich darauf einigen.

Das Video lädt leider nicht, Juhtuhb sagt "jibbetnüscht". Was war das für ein Song? Wer covert?

EDIT: jetzt geht. lag wohl an mir
 
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  • #49
Natürlich. Bei so ner Jungspundcombo mit Anspruch und Youtubereichweitenoptimierung macht das einen Unterschied.

Bei der Coverband aufm Dorffest, wo es Elfriede bei Don't Stop Believin' nach der dritten Weinschorle die Sentimentaltränen in die Augen treibt, ist es eher zweitrangig. Ich ging vom Letzteren aus.
 
  • #50
Na ja, ich spiele Don´t stop believin regelmäßig sowohl mit meiner Band als auch im Musikverein in einer Blasmusikversion (einen halben Ton tiefer) auf diversen Festivitäten.
Ich mache jetzt meine eigene Performance nicht davon abhängig, ob jeder Besucher in der Lage ist, zwischen Originalstimme und einer Version nach Gefühl zu unterscheiden.
Ich halte mich an das Original bzw. an das Arrangement.
 
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  • #51
Da ist schon was dran. Schließlich kann man ein Lied das schon 50 Jahre alt oder älter ist, und das immer noch gespielt wird, durchaus "klassisch" nennen. Und damit meine ich jetzt nicht die namensgebende historische Musikepoche zwischen 1730 und 1830. Vielmehr kann man das auch in dem Sinn verstehen, daß etwas zu einem bleibenden Standard seiner Art geworden ist.

Was in 50 Jahren unserer schnellebigen und oft oberflächlichen Zeit noch nicht vergessen worden ist, das wird vielleicht auch in 50 oder 100 weiteren Jahren noch gespielt und gerne gehört, falls die Menschheit nicht schon längst selber Geschichte geworden ist. Wer weiß das schon. Selber erfahren werden wir es jedenfalls nicht mehr.
Ich meinte Klassik eher in Bezug auf die Herangehensweise beim Lernen eines neuen Stücks: Es gibt Noten, und die sind erst einmal die Grundlage für alles was passiert. Unterschiede gibt's nur als Interpretation der Vorlage.
Wenn man das auf Pop/Rock etc. überträgt, sind die Vorlagen z.T. anders, Tabs, Videotutorials als Ergänzung zu Noten.
Und ich meine, dass diese Art des Musiklernens und Musizierens nach festgelegten Vorlagen zugenommen hat. Und Runterhören, sich selber was daraufhin zurechtdengeln und in der Probe gemeinsam entwickeln eher abnimmt.
Ich mag das gar nicht bewerten und finde diese Tendenz auch folgerichtig, weil einfach alles im Netz zu finden ist. Aber es verändert die Musik.
 
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  • #52
Die Nummer lebt von Pausen und "Fills".
Die Betonung auf der 1, 3 und 4 ist die halbe Miete. Immer alles schön in Dur. :bier:
 
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  • #53
Das Problem liegt oft anderswo... Ich kenne Bassisten, die extrem viel Zeit mit dem Analysieren und Lernen von Liedern verbringen, sich viele Gedanken machen und dann live daran scheitern, dass sie unsauber spielen, Tempoprobleme haben, nicht mit dem Schlagzeug zusammenspielen, schleppen oder treiben usw. Es sind oft die Basics, über die man sich viel mehr Gedanken machen sollte, Harmonielehre, Tempo, auf die anderen Musiker hören usw. Wenn man einen Titel so relativ frei spielt und die Basics stimmen, dann groovt es auch, ohne dass man den Titel sklavisch nachspielt.
Übrigens, der Original-Bassist von Maggie May hat in einem Interview ausgesagt, dass er bei der Aufnahme ziemlich zugedröhnt war und das war anscheinend auch der Rest der Beteiligten, weil auf der Aufnahme mehrere grobe Fehler sind und die Aufnahme trotzdem durchgewunken wurde. Solche Fehler findet man auf vielen anderen Aufnahmen aus der Zeit.
 
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  • #54
Eine Beobachtung... Viele semiprofessionelle Bands, welche versuchen, hochkonzentruert Lieder 1:1 zu covern, inklusive Originaltempo, grooven nicht... Kann man auf jeden Weinfest beobachten... Die bekommen höflichen Applaus, die einzigen Beeindruckten sind einige Mitglieder der anwesenden Musikerpolizei. Die Party ist dann am nächsten Tag bei der Band, die relativ frei covert, alles etwas schneller spielt und auch sonst so ziemlich abgeht. Die einizigen Bedenkenträger sind wieder die Mitglieder der anwesenden Musikerpolizei....
 
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  • #55
Wenn mir ein Mupo sagt, dass meine Basslinie nicht wie im Origal ist, dann sag ich immer dass meine aber besser ist.
 
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  • #56
Ich hab dann immer gesagt: "künstlerische Freiheit".
Wieviele Bands spielen ihre eigenen Songs live nicht 1:1?
Jede Menge!
 
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  • #57
Wieviele Bands spielen ihre eigenen Songs live nicht 1:1?
auch mit gutem Grund. Songs dürfen sich mit der Zeit auch weiter entwickeln, sei es durch die Urheber oder sei es durch Interpreten. Das ist schliesslich auch Kunst.
 
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