Auf Talkbass hat Wasnex (ein sehr aktiver User) geschrieben, dass er vor Jahren einmal Kontakt zu einem Trace Elliot Entwickler hatte. Der sagte ihm, dass die ECC83 in der Treiberstufe eine Überlastung der Endstufe und damit vermehrte Ausfälle vorbeugen sollte, da sie die Endröhren nicht bis ans Maximum aussteuern kann.
Ich denke, man muß das etwas "pragmatischer" betrachten. Aussteuerung bis Maximum sollte durchaus möglich sein, dagegen aber nicht "exzessive" Aussteuerung hinein in die Sättigung.
Historie, die ersten SVT litten eben an diesem Problem, bei der Rolling Stones Tour. Der Chefentwickler Hughes konnte hinter der Bühne stehend beobachten, wie die Endröhren jeweils wechselweise Bank A und B rot zu glühen begannen, immer abhängig davon, wie Keith Richards seine Gitarre spielte bzw. die Saiten anschlug.
Eine der Schutzmaßnahmen um dies zu verhindern bzw. in den Griff zu bekommen, waren eben die beiden berühmt berüchtigten antiparallelen Dioden welche den maximal möglichen Spannungshub begrenzen den die Endröhren "sehen können".
Streng genommen haben die beiden Dioden auch etwas Einfluß auf den Sound, weil man die leichten Begrenzungseffekte der Dioden Sperrkennlinie durchaus im Oszi sieht, wenn die Endstufe ihre Maximalleistung erreicht. Das ist aber eher graue Theorie, und nicht wirklich relevant für den Sound des SVT bei "Vollaussteuerung".
Ein weiterer Schutzmechanismus mittels der Dioden betrifft die Schirmgitter der Endröhren. Beim SVT sind die Schirmgitterwiderstände sehr klein, und eben dies wird in der Fach- und Expertenwelt sehr oft kritisiert, beim SVT. Und eigentlich wäre der SVT tatsächlich gut geeignet, reihenweise Endröhren innerhalb nur kurzer Zeit zu schlachten, wenn der SVT in der Praxis am Limit läuft.
Da der Spannungshub über die Dioden aber begrenzt ist, ist solche Behauptung oder Befürchtung in der Praxis weit weniger heikel als von der "Fachwelt" argumentiert.
Angenommen die ECC83 im TE Hexavalve solle tatsächlich begrenzen noch bevor die Endstufe ihre maximale Sinus-Leistung erreicht, es wäre zwingend nötig für die ECC83 selektierte Röhren zu verwenden, exakt gleiches Verhalten System A und B, da es sonst leicht zu asymmetrischem Aussteuerungsverhalten der Endstufe führen kann. Und das ist definitiv NICHT gewünscht bei einer Endstufe, egal welcher Art.
Zudem benötigt die Endstufe in ihrer "Treiberstufe" immer etwas mehr an Hubreserve gegenüber den Pentoden, eben damit die Gegenkopplung in allen "Lebenslagen" zuverlässig ihren Dienst machen kann. Die Gegenkopplung ist ein durchaus mächtiges Werkzeug, und für den resultierenden Sound der Endstufe zuweilen wichtiger (variabler Innenwiderstand an den Ausgangsklemmen) als die Wahl der Endröhren selbst.