Verellen Octal Röhren-Ersatz

  • Ersteller Ersteller E-E-E-E
  • Erstellt am Erstellt am
  • #121
Heute habe ich es gemacht. Statt der sechs 6550 die Octal Hi Z in den Amp gesteckt. Im LTPI eine ECC81, hier erstmal eine Messung mit den 6550, alles bei ca. 10% THD:

IMG_3117.webp


Bei kleiner Leistung Gesamt-Verstärkung 16,5dBV

IMG_3118.webp


Bei gleicher Potistellung mit den Octal Hi Z

IMG_3120.webp


Gesamtverstärkung 18,7dBV, nur 2,2dBV mehr, ich hätte mehr erwartet.

Nun max power bei 10% THD

IMG_3121.webp


Nur 205W bei 10% THD. Aber wir erinnern uns: mit normalen Octals nur ca. 160W bei 15%.

Das ist besser als mit den normalen Octals, die 120k Gitterimpedanz haben, aber insgesamt zu wenig.

Meine Schlussfolgerung:

Die Octals benötigen immer eine Treiberröhre nach dem LTPI, um bei Hochleistungs-Röhrenverstärkern mit mehr als vier Leistungsröhren die maximale Leistung zu erzielen. Möglicherweise wäre eine Eingangsimpedanz von etwa 1 M besser geeignet, könnte aber auch mehr unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

Ich werde sie in meinem Traynor YBA-200 2 testen, der mit vier KT88 bei einer Anodenspannung von 585 V bestückt ist. Die Leistung beträgt bei normalem THD nicht mehr als 140 W. Vielleicht finden sie dort ihren Platz.

Was bei allen Messungen auffällt: Die Intermodulationsverzerrungen mit der Heizspannung (50Hz und Mehrfache) sind bei Octals wesentlich geringer. Ist ja logisch, da in der Octal keine 1,6A 6,3V 50Hz verbraten wird, das sieht man am Fehlen der vielen kleinen Spectrumausschläge in den Diagrammen mit den Octals gegenüber denen mit 6550.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Antwort hilfreich!
Reaktionen: claudio und meisenknoedel

  • #122
Mal eine Idee.

Die Verellen sind bis 700V spezifiziert, müssen über 500V aber aktiv mit einem Lüfter gekühlt werden.

Die Eminent II, Imperator etc. haben ja 750V Anodenspannung bei 220V Netzspannung. Wenn man die primär auf 240V stellt, bleiben davon rechnerisch ca. 670V über. Dann noch einen kleinen Lüfter rein, ob das klappt?

Elektrisch klappen schon, ob die Octal passen, weiss ich nicht.

Bei einem A1000, G2002 etc. sollte das einfacher sein, da die Gehäuse grösser sind und ein langsam laufender 92er oder sogar 120er reinpassen kann.

Ich muss meinen Werkstatt-Emi I mal aufmachen und schauen, ob das ginge.
 
  • Gute Idee
Reaktionen: meisenknoedel und claudio
  • #123
Jetzt lese ich gespannt mit...

Aber bei "den Großen" auf 700V herunterzukommen bin ich mal gespannt..
Diese Limitation ist ungünstig
 

  • #124
Ja, nicht nur die Spannungsfestigkeit, auch die Verlustleistung spielt ja eine Rolle.
 
  • #125
Mist, es gibt keinen Grund, die Octal nicht in Dynacords auszuprobieren.

IMG_3132.webp

IMG_3133.webp


Massig Platz, da wird sicher noch ein Lüfter reinpassen, das gilt auch für die anderen grossen Vier-Röhrer wie Gigant und A1001 etc.

Hier im Eminent 1

IMG_3134.webp


Passt auch! Hier sind es ja unter 500V, das geht ohne Lüfter. Beim Eminent II kann man einen flachen 92er unten unter die Octals schrauben. Wenn man die Anodenspannung unter 700V im Leerlauf bekommt, kann das ein guter Ersatz sein, zumal die Leistung steigt, saubere 100W+ sollten drin sein. Auch die Intermodulationsverzerrungen nehmen ab, das wird mein nächstes Projekt sein, wenn ich den Traynor YBA200-2 getestet habe - ich habe ja sechs Octals, vier für den Traynor, zwei für einen Eminenten.
 
  • Like
  • Gute Idee
Reaktionen: crocoolli, krysh, mucbass56 und eine weitere Person
  • #126
Ja, nicht nur die Spannungsfestigkeit, auch die Verlustleistung spielt ja eine Rolle.
Wobei das mit der Spannungsfestigkeit ist immer so eine Sache für sich. Zumindest wenn ich es richtig verstehe wenn bezogen auf den Netztrafo.
Bei kleinen Verstärkern bzw. Ausgangsleistungen ist der Netztrafo eher klein, bei größeren Verstärkeren und damit größeren Ausgangsleistungen um so größer.
Netztrafos haben halt die Eigenart, desto kleiner desto größer der Unterschied zwischen Leerlauf und Nennleistung, bei größeren Netztrafos ist der Unterschied zwischen Leerlauf und Nennleistung geringer und damit dann auch die "Spannungsfestigkeit" besser.
 
  • #127
Tja. Ist leider so. Gerade bei den kleinen Printtrafos muss man sich wirklich die Differenz der Spannung zwischen Leerlauf und Nennbelastung anschauen... und die Schaltung /C's dahinter entsprechend dimensionieren.
 
  • #128
Ich werde mal messen. Habe noch dumpf in Erinnerung, dass ich die Dynacords zum Erreichen ihrer Leistung häufig auf 220V eingestellt habe.
 
  • #129
Ich glaube irgendwo im langen Dynacord Thread hat @beate mal was geschrieben bei welchen der Amps es mit welchen Spannungseinstellungen am Wahlschalter nah an die 800V-Grenze geht und wo noch "Luft" ist.

Bei den heute üblichen ca. 230V im Netz wird es kaum möglich sein, bei den 80/160W-Amps in der 240V-Stellung auf 700V herunterzukommen.

Leider sind die letzten Trafowickler in D "inaktiv", um mal einen passenden NT zu bekommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #130
Trotzdem werde ich mal messen. Aber wahrscheinlich hast Du recht.
 
  • Like
Reaktionen: mucbass56
  • #131
RUFA Transformatorenbau

Dadurch sind wir, neben der Serienfertigung, auch auf die Produktion von Einzelstücken und Kleinserien spezialisiert.

Reparaturen oder Nachproduktionen Ihrer defekten Artikel übernehmen wir ebenfalls gerne für Sie.
 
  • #132
Ich werde mal messen. Habe noch dumpf in Erinnerung, dass ich die Dynacords zum Erreichen ihrer Leistung häufig auf 220V eingestellt habe.
Dann mach mal einen Dreisatz: 220/230 oder 220/235 und multipliziere das mit der Anodenspannung. Bei den 80W-Hybridmodellen ist sie von Haus aus am geringsten (also Emi 2 mit Transistorvorstufe, Imperator, Favorit 2).

Passen die Dinger überhaupt in den engen Platz in diesen Geräten? werden sie dann noch ausreichend gekühlt?

Ich fürchte, dass Du für sowas die Verellens reengineeren musst und diskret aus MOSFETs und Kühlkörpern und "Kleinkram" zusammenlöten.
 
  • #133
Gerade die KI gefragt, auf welcher Lage auf dem Spulenkörper befindet sich Wicklung für die Anodenspannung.
Die Antwort: ganz außen, quasi die äußerste Wicklung.

Damit hat bzw. hätte man (zumindest rein theoretisch) die Möglichkeit, den Trafo zu zerlegen und von der äußersten Wicklung (HT-Wicklung) ein paar Windungen abzuwickeln, bis man die "passende" Anodenspannung erreicht hat.

Ich hätte da allerdings schon arg Bauchschmerzen, bei so einem Vintage Teil derart krude vorzugehen.


Alternativ, warum nicht einen separaten Spartrafo (mit variablen Anzapfungen) verwenden der einem die nötige "Netzsspannung" zur Verfügung stellt?
Für die Leistung die man hier braucht bei den Verstärkern, da wiegt so ein Spartrafo wirklich nicht viel und er ist zudem klein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #134
Ob halt dann Heizspannung und neg Bias noch passen?
 
  • #135
Hab auch schon mal ( vor 15J) einen Vorschlag gesehen, einen extra Trafo hier z.B. mit 230/50-60V gegenphasig zur Anodenwicklung in Reihe zu schalten.....
 
  • Like
  • Gute Idee
Reaktionen: cfortner und E-A-D-G
  • #136
Heizspannung und BIAS braucht eine Octal nicht, sie bleiben auch für Röhren meist innerhalb 10% Abweichung.
 
  • #137
Ob halt dann Heizspannung und neg Bias noch passen?
die Octals brachen eh keinen negativen Bias, wenn ich es richtig verstanden habe. Prinzipiell könnte man den ganzen Bias Schaltkreis auch deaktivieren.
An die Heizspannung der anderen Röhren habe ich auch schon gedacht, sehe es aber eher gelassen. Beim Ampeg* SVP hat man damals für die Heizspannung V1 eine Gleichspannung realisiert. Das Schaltungskonzept war, die Filament-Wechselspannung (Heizung für die anderen Röhren) über einen Vollwellengleichrichter und Ladeelkos zur Glättung als Gleichstrom-Heizspannung für die V1.
Verursacht durch die Gleichrichterdioden fehlten bereits 0,6 bis 0,7 Volt an Spannung, dadurch bereits entsprechend geringerer Effektivwert für die ungeregelte Gleichspannung bei der V1.
Funktioniert hat's trotzdem, völlig problemlos.
Das einzige Manko das aufgetreten ist, die Restwelligkeit in der ungeregelten Heizspannung hat dazu geführt, dass bei hohem Gain, beispielsweise Master auf voll aufgedreht und Lautstärke mit dem Gain regeln anstatt mit dem Master, ein typisches Brummen 100Hz plus Oberwellen hörbar war.
Ich hab das Manko damals versucht etwas in den Griff zu bekommen, mit deutlich größeren Ladeelkos für die ungeregelte Heizspannung. Aber keine Chance, die Physik lässt sich eben nicht bescheißen, weil Effektivspannung ist und bleibt eben Effektivspannung. Auch wenn im Leerlauf oder sehr geringer Last es manchmal den Anschein hat, als könne man mit extrem groß dimensionierten Elkos im Netzteil die reale Welt auf "gerade" biegen!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #138
Hab auch schon mal ( vor 15J) einen Vorschlag gesehen, einen extra Trafo hier z.B. mit 230/50-60V gegenphasig zur Anodenwicklung in Reihe zu schalten.....
Sollte gehen.
Etwas tricky vielleicht die Induktivität die man braucht damit es gut funktioniert, solle aber rein über die anteilige Trafo Nennleistung machbar sein.

Bei der Reparatur eines Oszi für die Kathodenstrahlröhre habe ich es mal "ähnlich" gemacht, allerdings anders rum. Rein vom Prinzip her aber das selbe.
 
  • Like
Reaktionen: mucbass56
  • #139
die Octals brachen eh keinen negativen Bias, wenn ich es richtig verstanden habe. Prinzipiell könnte man den ganzen Bias Schaltkreis auch deaktivieren.
An die Heizspannung der anderen Röhren habe ich auch schon gedacht, sehe es aber eher gelassen. Beim Ampeg SVP hat man damals für die Heizspannung V1 eine Gleichspannung realisiert.
Danke für den Hinweis bzgl neg Bias daß der nicht erforderlich ist.
Wußte ich nicht.

Ja DC-Heizung mit Unterspannung gibts auch im Ampeg* B1 (2x ECC83, 150W) und den Emi Vollröhren an den ECC808
 
  • Like
Reaktionen: E-A-D-G
  • #140
Damit hat bzw. hätte man (zumindest rein theoretisch) die Möglichkeit, den Trafo zu zerlegen und von der äußersten Wicklung (HT-Wicklung) ein paar Windungen abzuwickeln, bis man die "passende" Anodenspannung erreicht hat.
Sollte auch praktisch gehen, in der Verstärker Leistungsklasse um die es hier geht ist der Draht für die Anodenspannung dick genug, dass er sich ohne größere Probleme abwickeln lässt. Tja, man muß es sich halt nur trauen, wenn man weiß was man will!

edit:
eine Firma im Hamburger Umland sollte sich auch finden lassen die, einem die El-Blechpakete wieder zusammenbrät deren Schweißnaht man vorher mit der Flex aufgetrennt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
×
Dir gefällt Bassic.de? ❤️ Lasse dir unsere neuesten Inhalte in der Google-Suche ganz oben anzeigen!

Beliebte Themen

Zurück
Oben Unten