Class D vs. Class A/B Endstufen - aktuelle Einschätzung

  • #221
Wobei Ausgangsüwertrager meist bei Röhren zu finden ist. Da wird dann noch mal ein neuer trööt eröffnet 🤔.
Egal, wenn man sich darauf einlassen möchte kommt man auch damit klar. Das weniger schleppe macht einiges wet.
Wenn die Kiste zu wenig headroom hat, dann hilft halt alles nix 🥴🍻
 

  • #222
Class A/B Amps ("Eisenschweine") haben einfach durch die fetten Ausgangsübertrager etc. eine gewisse (vielleicht auch nur gefühlte/psychoakustische) Direktheit, die man Class D vielleicht absprechen kann.
Ist faktisch eher anders herum.

Amps mit konventionellen Linearnetzteilen (dicke Trafos mit Gleichrichter und Elkos dahinter) weisen idR. Sag auf. Das sind Einbrüche in der Versorgungsspannung der Endstufentransistoren (oder Röhren). Für starke Pegelspitzen muss die Endstufe mehr Strom abgeben, also auch mehr Strom aus dem Netzteil ziehen. Da Hersteller verständlicherweise kostenoptimiert arbeiten (müssen), sind die allermeisten Netzteile knapp auf Kante genäht und können diese Stromspitzen nicht abfedern, ohne dabei kurz einzubrechen. Wenn die Endstufe mehr Strom aus dem Netzteil zieht, muss der Trafo des Netzteils auch mehr Strom liefern. Dabei fällt mehr Verlustspannung über dem Kupferwiderstand des Trafos ab, man verliert dabei also ein paar Volt. In der Regel sind die Versorgungsrails bei potenten "Eisenschweinen" nicht konstant geregelt. Dadurch folgt das Rail dem Einbruch der Spannung, den der Gleichrichter "sieht".
Bei konventionellen Netzteilen sollen die Elkos hinterm Gleichrichter das abfedern, das klappt aber je nach Dimensionierung nur bedingt. Wenn man der Endstufe alles abverlangt, kann man den Elkos und dem Trafo beim "Atmen" zuhören...

Je nach Ausprägung dieses Sags kann ein Amp als besonders dynamisch wahrgenommen werden, obwohl bzw. gerade weil er genau das eigentlich nicht ist. Die Auswirkung ist in etwa vergleichbar mit einem Kompressor, der die Spitze zwar durchlässt, danach aber kurz zupackt und das Signal leiser dreht (Versorgungsspannung bricht ein -> Endstufe wird kurz(!) leiser) und sich dann wieder erholt. In der Klangwahrnehmung ist das Signal dadurch aber dynamischer, obwohl es de facto beschnitten wird. WIr nehmen die Spitze aufgrund des kurzen Einbrechens als lauter wahr.

Bei sehr starkem Sag kommen auch die Spitzen schon nicht mehr durch und der Sound wird platt und dicht.


Netzteile müssen, damit das nicht auftritt entweder gnadenlos "über"dimensioniert oder sehr gut geregelt sein, ersteres geht nur durch riesige Trafos und massenhaft Elkos, letzteres lässt sich nur mit voll geregelten SMPS umsetzen.

In der Theorie denken viele, sie wollen absolut unverfälschte Dynamik. In der Praxis bevorzugen die allermeisten aber dann doch leichte Kompression (man darf sie bloß nicht so nennen, weil Kompression ist böse ;) ). An welchem Punkt der Signalkette man diese Dynamikeinschränkung einfügt, ist dann wieder eine andere Baustelle.(Kompressor, heiß angefahrener Channelstrip, Endstufensättigung, Netzteilsättigung...)


Class-D hat in meinen Augen nach wie vor einen "schlechten" Ruf in der Muckerwelt (pro audio ist seit Jaaaaaahren auf Class-D umgestiegen. Keine Konzertvenue nutzt heute noch A/B Amps und selbst ein Großteil der audiophilen Szene setzt mittlerweile auf high end class-d, weil sie schlichtweg besser im Sinne von unverfälschter arbeitet als konventionelle A/B designs), weil die ersten Geräte größtenteils wirklich nicht toll waren und von einigen Herstellern auch viel zu lang verkauft worden sind. Bei den Class-D Endstufen von TC drehen sich mir die Fußnägel hoch.

Wobei Ausgangsüwertrager meist bei Röhren zu finden ist.🥴🍻
Ich gehe davon aus, Tommy meinte eigentlich den dicken Netztrafo. Freudscher Versprecher oder so.
 
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  • #223
In der Theorie denken viele, sie wollen absolut unverfälschte Dynamik. In der Praxis bevorzugen die allermeisten aber dann doch leichte Kompression (man darf sie bloß nicht so nennen, weil Kompression ist böse ;) ). An welchem Punkt der Signalkette man diese Dynamikeinschränkung einfügt, ist dann wieder eine andere Baustelle.(Kompressor, heiß angefahrener Channelstrip, Endstufensättigung, Netzteilsättigung...)

Ich gehe davon aus, Tommy meinte eigentlich den dicken Netztrafo. Freudscher Versprecher oder so.
Jap meinte den Trafo. Und danke dass du das nochmal auflöst, die Kompression meinte ich damit, dass der Ton "haptischer" im Raum steht (das ist natürlich sehr sehr subjektiv und meine Wahrnehmung). Ähnliches macht ja die olle geschlossene 810, komprimiert "unsauber" und klingt dadurch eben wie sie klingt, was man entweder mag oder nicht.
 

  • #224
Theoretisch könnte man doch auch Class D mit Röhrenausgangsstufe ... 🥴
Ja, ja das führt zu weit ... 🍻
 
  • #225
Theoretisch könnte man doch auch Class D mit Röhrenausgangsstufe ... 🥴
Ja, ja das führt zu weit ... 🍻
Das wär for science (eigentlich nur für shit and giggles) tatsächlich ein interessantes Projekt. Röhren sind viel zu träge für diese Anwendung, die Ergebnisse werden nach messtechnsichen Gesichtspunkten gruselig sein, aber das Klangbild würde mich tatsächlich interessieren.. :D
 
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  • #226
Das wär for science (eigentlich nur für shit and giggles) tatsächlich ein interessantes Projekt. Röhren sind viel zu träge für diese Anwendung, die Ergebnisse werden nach messtechnsichen Gesichtspunkten gruselig sein, aber das Klangbild würde mich tatsächlich interessieren.. :D
Warum zu träge? 🤔🍻
 
  • #227
Vielleicht hilft der Blick auf einen Vergleich zwischen Röhren und Transistoren als Schalter...da sind Röhren um einen Faktor zwischen 100 und 1000 langsamer, wenn man "normale" Röhren mit "normalen FET's vergleicht...
wenn Du Röhren mit Class-D-Endstufen kombinieren willst, dann arbeiten die Class-D-Endstufen ja mit pulsweitenmodulierten Rechteck-Signalen, die Schaltzeiten im Nanosekunden-Bereich brauchen, um überhaupt sauber arbeiten zu können... und da kommen Röhren nicht mehr "hinterher" bzw. vorweg...
 
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  • #228
Ich hab seit ca. 20 Jahren verschiedene Hevos Boxen (Donar plus, Midget) und Amps (800D, 400S, 800S, 400C), davor Eden WT500, Trace Quatra Valve, letztere auch noch an meinem ersten Hevos Lautsprecherkasten.

Ich hab im Lauf der Jahre dann auch noch mal nen Twin und Quatra Valve gehabt, hat mir nach Eden und Hevos nicht mehr gefallen.

Auch nen Transistor Trace (SMX 300?), auch mit dem konnte ich nichts mehr anfangen, zu schwer und für leisere Band nicht mehr zu gebrauchen.

Es ist eine Umgewöhnung, aber an Lautstärke hat es mir nie gemangelt, die meisten Bands, in denen ich in der Zeit gespielt habe, waren aber auch nicht soo laut.

Ausnahme ist die Coverband, deren Drummer auch im Proberaum abgenommen wurde und der so mit seiner über die PA laufenden Bassdrum die Grundlautstärke bestimmt hat.

Den hab ich, weil's mir auf den Sack ging, mal mit einer Ironman II (2x10" an 4 Ohm) und einem Kliczko (wie immer man das schreibt...) mit 800 Watt übertönt, so daß auch die Gitarristen sich nicht mehr hören konnten, ohne weiter aufzudrehen.

Das war das einzige Mal, daß ich den Volumenregler am Amp fast auf Anschlag gedreht habe...

Dynamik war da sicher nicht mehr, aber die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt, daß es entweder Dynamik gibt, dann ist die Maximallautstärke aber immer noch nicht am Maximum (sprich: Schmerzgrenze) oder Lautstärke, dann ist es in der Regel so laut, daß die Dauerquatscher nicht mehr stören.

Am Ende ist das, wenn nicht unter Laborbedingungen getestet, eine Diskussion wie bei den Gitarristen mit Röhrenamps...

:popcorn:
 
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  • #229
Vielleicht hilft der Blick auf einen Vergleich zwischen Röhren und Transistoren als Schalter...da sind Röhren um einen Faktor zwischen 100 und 1000 langsamer, wenn man "normale" Röhren mit "normalen FET's vergleicht...
wenn Du Röhren mit Class-D-Endstufen kombinieren willst, dann arbeiten die Class-D-Endstufen ja mit pulsweitenmodulierten Rechteck-Signalen, die Schaltzeiten im Nanosekunden-Bereich brauchen, um überhaupt sauber arbeiten zu können... und da kommen Röhren nicht mehr "hinterher" bzw. vorweg...
Dank scheen 🍻
Dachte ich mir schon dat es mit em' Schalter (Schaltgeschwindigkeit🤔) zu tun haben könnte?🤔
Weil bei Hochfrequenzen hatten se' ja selbst im Space shutle noch de Röhren mit drin'?!?
Na, ja short. 🤷‍♀️ 🍺
 
  • #230
Ich hab im Lauf der Jahre dann auch noch mal nen Twin und Quatra Valve gehabt, hat mir nach Eden und Hevos nicht mehr gefallen.
Die TE Twin und Quatra Valve sind keine Feinzeichner finde ich. Eher viel Bass und wenig Transparenz. Der Ton hat schon was, muss man aber mögen. Der Eden WT 500 ist ein feiner Amp.
 
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  • #231
Genau, war gut, bis der Eden und später Hevos kam.

Der Eden brummte (ich hatte mehrere), das sei normal.
Für Rockband ok, für leise Umgebung nicht.

Die TE Twin und Quatra Valve sind keine Feinzeichner finde ich. Eher viel Bass und wenig Transparenz. Der Ton hat schon was, muss man aber mögen. Der Eden WT 500 ist ein feiner Amp.
 
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